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Die Palmölmafia Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Samstag, 31. Mai 2008
Wo Profite sich generieren lassen, werden sie durchgesetzt auch gegen den Widerstand der Bevölkerung. Indonesiens Palmölmafia bedroht West Papua. Nachdem Sumatra und Kalimantan zu eng werden für neue Palmöl-Plantagen, ist nun das Einzige noch verfügbare Land in Papua. Achmad Manggabarani, Generaldirektor für Plantagen, Indonesisches Landwirtschaftsministerium, 21. Mai 2008

1. Indonesien blickt nach Papua zur Ausweitung der Palmöl-Produktion
2. Indonesien blickt nach Papua zur Ausweitung der Palmöl-Produktion: Offiziell
3. Die neue Bedrohung für die Wälder West-Papuas – Palmöl-Plantagen
4. Greenpeace sagt, das Indonesien nicht in die papuanischen Wälder wegen des Palmöls eindringen darf
5. Bakrie beantragt Genehmigung für Palmöl-Projekt in Papua
6. Greenpeace ermutigt ein nachhaltiges Wachstum der Palmöl-Industrie

1. Indonesien blickt nach Papua zur Ausweitung der Palmöl-Produktion
Radio New Zealand International, 21. Mai 2008-05-29

Indonesien blickt nun auf seine östlichsten Provinzen in Papua um dort die Palmöl-Plantagen auszuweiten. Nach Berichten des AFP sagte Generaldirektor Achmad Manggabarani vom indonesischen Landwirtschaftsministerium, dass dadurch das Sumatra und Kalimantan zu eng geworden sind für neue Palmöl-Plantagen nun nur noch Land in Papua verfügbar ist. Indonesien, das der größte Palmöl-Produzent der Welt ist, verfügt in Papua über drei bis vier Millionen Hektar Land das zur Palmöl-Produktion geeignet ist.

Mr. Manggabarani sagt, dass bereits mehrere Unternehmen, insbesondere malaysischer Herkunft, Interesse geäußert haben. Er sagt, dass die Konzessionen in Papua kleiner sein sollen als die üblichen 100 000 bis 200 000 Hektar in Sumatra und Kalimantan.

Mehrere Umweltgruppen, unter anderem Greenpeace, fordern hingegen einen Stopp bei der Ausweitung der Palmöl-Plantagen in Indonesien. Sie warnen, dass die explodierende Weltnachfrage eine Umweltkrise hervorruft. Die Zerstörung der Regenwälder Indonesiens wird als ein Hauptgrund der globalen Erwärmung und des Klimawandels gesehen.

2. Indonesien blickt nach Papua zur Ausweitung der Palmöl-Produktion: Offiziell
JAKARTE (AFP) – Die Regierung Indonesiens, des weltgrößten Produzenten von Palmöl, blickt nun auf seine östlichsten Provinzen in Papua zur Ausweitung seiner Palmöl-Plantagen, sagte ein hochrangiger Offizieller am Mittwoch.

„Nachdem Sumatra und Kalimantan zu eng geworden sind für neue Palmöl-Plantagen, ist nun das einzige noch verfügbare Land in Papua.“ sagte der Generaldirektor für Plantagen des Landwirtschaftsministeriums, Achmed Manggabarani, am Rande einer dreitägigen internationalen Konferenz zum Thema Palmöl.

Er sagte, die zwei Provinzen in Papua, der westlichen Hälfte der Insel Neu-Guinea, haben drei bis vier Millionen Hektar (bis zu 9,8 Millionen Acre) für Palmöl-Plantagen geeignetes Land. „Mehrere Unternehmen haben bereits Interesse geäußert, insbesondere aus Malaysia“, sagte Manggabarani ohne Details zu nennen. Er sagte, dass die Konzessionen in Papua kleiner sein würden als die üblichen 100 000 bis 200 000 Hektar in Sumatra und Kalimantan.

Im Zuge der Dezentralisierung im Lande liegt die Ausgabe von Konzessionen nun in den Händen der lokalen Verantwortlichen. „Sie sollen nur 20 000 Hektar ausgeben“ pro Konzession, so Manggabarani.

Mehrere Umweltgruppen, unter anderem Greenpeace, fordern hingegen einen Stopp bei der Ausweitung der Palmöl-Plantagen in Indonesien. Sie warnen dass die explodierende Weltnachfrage eine Umweltkrise hervorruft. Hapsoro, für Waldfragen Verantwortlicher für Greenpeace Südost-Asien, verurteilte die Regierung für ihre Pläne zur massiven Ausweitung der Plantagen in Papua.

„Ich hoffe, dass es nie dazu kommen wird. Wie wir in Sumatra und Kalimantan gelernt haben ist es ohne gute Steuerung nicht nachhaltig“ sagte Hapsoro, der wie viele Indonesier nur einen Namen nutzt.

Greenpeace Südost-Asiens politischer Berater Arief Wicaksono beglückwünschte den Nahrungsmittel- und Konsumgüter-Giganten Unilever, der diesen Monat sagte, dass er einen Stopp der weiteren Palmölinduzierten Entwaldung Indonesiens begrüßt und weiterhin plant, ab 2015 nur Palmöl zu verwenden dessen Herkunft lückenlos zurückverfolgt werden kann.

„Greenpeace ruft die Industrie auf zusammenzuarbeiten um einen Stopp der Umwandlung von Torfland und Wald zu erreichen „… wir fordern andere Palmöl-Produzenten auf es Unilever gleichzutun“ sagte er.

Indonesien produzierte geschätzt 16,4 Millionen Tonnen Palmöl im letzten Jahr. Die Zerstörung der Regenwälder Indonesiens wird als ein Hauptgrund der globalen Erwärmung und des Klimawandels gesehen. Indonesien und Malaysia, der Welt zweitgrößter Produzent, produzieren 85 Prozent des weltweiten Palmöls, dass derzeit einen Boom durchlebt aufgrund hoher globaler Nachfrage und knappem Angebot.

West Papua Projekt – Aktuelle Informationen vom Papua Desk
http://www.arts.usyd.edu.au/centres/cpacs/research/wpp.shtml

3. Die neue Bedrohung für die Wälder West-Papuas – Palmöl-Plantagen
Regierung plant Gebiet für verarbeitende Palmöl-Industrie
Die Jakarta Post, Jakarta

Die Regierung will die Entwicklung eines Industriegebiets für die verarbeitende Palmöl-Industrie vorantreiben um Investoren zu ermuntern, Palmöl-Produkte mit höherem Mehrwert zu produzieren, sagte ein Minister.

„Die Regierung bereitet ein Stück Land für die Entwicklung zu einem Gewerbegebiet vor, ausgestattet mit einem Seehafen in Dumai, Riau. Das Gebiet wird vom privaten Sektor entwickelt.“ sagte Landwirtschaftsminister Anton Priantono nach der Eröffnung eines drei Tage dauernden Palmölgipfels und –ausstellung am Mittwoch. Anton sagte, das Land müsse seine verarbeitende Palmölindustrie weiterentwickeln um die steigende Nachfrage für mehrwertige Produkte wie Speiseöl bedienen zu können, sowohl im Inland als auch in Übersee, insbesondere China und Indien.

Riau, die größte Crude Palm Oil (CPO) produzierende Provinz in Indonesien, spielt in den Plänen der Regierung zur Vorantreibung der Entwicklung der Palmölverarbeitenden Industrie eine zentrale Rolle, so sagte Anton. „Kurzfristig ist es lukrativer unverarbeitetes Palmöl zu verkaufen, aber nicht langfristig durch den stärkeren Wettbewerb mit anderen Ländern,“ ergänzte Anton.

Im letzten Jahr erfasste Indonesien, der weltgrößte Palmöl-Produzent der Welt mit einem Volumen von ungefähr 17 Millionen Tonnen, Exporte im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar, wobei mehr als 75% der Palmöl-Produktion als CPO exportiert wurde. Anton sagte, die Regierung Anreize gegeben hat zur Entwicklung der verarbeitenden Industrie wie zum Beispiel der Reduzierung der Exportsteuer auf ölbasierte Produkte wie Konsumgüter und Speiseöle.

Der Vorsitzende der Palmöl-Produzenten-Vereinigung Gapki, Derum Bangun, sagte jedoch das die Steuererleichterung nicht ausreiche. „Der Unterschied bei den Exportsteuern zwischen ölchemischen Derivaten und CPO ist so dünn, dass es keinen echten Vorteil bringt das CPO in ölchemische Produkte zu verarbeiten und diese zu exportieren,“ sagte Derum, wobei er hinzufügte das Anreize auch Steuerfreistellungen zwischen 3 und 4 Jahren beinhalten könnten um den Produzenten Nachhaltigkeit zu ermöglichen. „Die Regierung sollte auch langfristige Politik betreiben, so dass Unternehmen auch langfristig kalkulieren können“, sagte er. „Die Regierungspolitik zur Exportsteuer ändert sich beispielsweise jeden Monat“, sagte er.

Die Regierung senkte die Exportsteuer auf CPO diesen Monat auf 15% gegenüber 20% im letzten Monat. Indonesien exportiert Palmöl zu mehr als 150 Ländern, darunter Indien, China, Pakistan und Japan genauso wie europäische Länder und Staaten des mittleren Ostens. Indonesien, mit 6,6 Millionen Hektar Palmöl-Plantagen, zielt darauf 18,6 Millionen Tonnen Palmöl dieses Jahr zu produzieren.

4. Laut Greenpeace darf Indonesien mit seinem Drang auf mehr Palmölplantagen in den Wald nicht eingreifen
Greenpeace sagt, dass es ohne verantwortungsvolle Regierungsführung sehr unwahrscheinlich ist, dass Indonesiens Pläne, Millionen mehr Hektar im Papua-Gebiet nutzbar zu machen, nachhaltig bewältigt werden kann.

Indonesiens Agrarwirtschaftsministerium behauptet, dass seit Sumatra und Kalimantan für neue Palmölplantagen ausgeschöpft sind, Papua als einzig zur Verfügung stehendes Land übrig bleibt. Indonesien, als Welt größter Palmölproduzent hat 3-5 Millionen Hektar geeignetes Land für Palmölplantagen in der Papua-Region. Indonesien ist bereits der 3. grösste CO2 Verursacher in der Welt und Greenpeace Südost-Asiens Politikberater, Arief Wicaksono, sagt, eine Ausdehnung des Palmölanbaus wird die Rate nur noch vergrößern.

Er sagt, solche Pläne bedeuten gewöhnlich mehr Abholzung und mehr Landhunger.
“Die Regierung sollte strengere und striktere Kontrollen dafür einführen, wie die Plantagen den Wald nicht beeinträchtigen. Schaut man zurück auf Anfang 2007, bekräftigte der Agrarwirtschaftsminister damals, dass – um die Nummer Eins als Palmölproduzent (der Welt) zu werden – darf in den natürlichen Wald nicht eingegriffen werden.”

5. Bakrie sucht Bewilligung für Palmölprojekt in Papua
Jakarta, 22. Mai Asia Pulse – PT Bakrie Sumatra Plantagen Tbk
(BSP) (JSX:UNSP) hat für die Erschließung von 150.000 Hektar Land für den Aufbau einer Rohpalmöl-Produktion in Papua um Genehmigung ersucht.

“Die Ausweitung in Papua ist geplant, aber wir müssen noch die Genehmigung dafür erhalten. Gegenwärtig haben wir bereits 100.000 bis 150.000 Hektar beantragt,” sagte der Direktor für Geschäftsentwicklung der PT BSP, M. Iqbal Zainuddin, hier am Mittwoch.

Er sagte, dass im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit einer CPO-Fabrik, 100.000 bis 150.000 Hektar Land für Palmölplantagen notwendig wären. Auf die Frage, wie viel eine CPO-Fabrik kosten würde, antwortete er etwa US$ 5.500 bis 6.000 per Hektar, was die Kosten für die Landerschließung und den Bau der CPO-Fabrik einschließt.

“In Papua ist es sehr kostspielig, eine CPO-Anlage zu bauen, da die Infrastruktur zunächst errichtet werden muss,” sagte er. Er sagte, dass 80% der Landfläche in Papua aus Wald besteht und 20% aus besiedelten Gebieten. Daher ist es schwierig, genug Land zu finden, und Land muss erst nutzbar gemacht werden. “Demzufolge müssen wir auf die Entscheidung der Regierung warten, ob Land gewonnen werden soll oder nicht. Gemäß Menschen, die bereits einen Antrag zur Landgewinnen eingereicht haben, dauert eine Entscheidung ca. 3 Jahre,” sagte Iqbal. Er sagte weiterhin, er verstehe, dass die regionalen Behörden keine Kompetenz haben, Landgewinnungsgenehmigungen zu erteilen.

6. Greenpeace unterstützt nachhaltigen Anbau von Palmöl
Jakarta, 21.Mai (Asia Pulse/Antara) – Greenpeace hat Indonesien zur nachhaltigen industriellen Rohpalmölgewinnung aufgerufen, um Umweltschäden zu vermeiden.

“Wir sind nicht gegen die Industrie, aber sie muss verstehen, dass ein angemessenes Umweltmanagement unbedingt notwendig ist, damit die Industrie weiterhin sicher funktionieren kann, ohne der Umwelt zu schaden,” forderte Südostasiens Greenpeace-Politberater, Arief Wicaksono, in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Jakarta. Er fügte hinzu, dass die Ausdehnung von Landkultivierung für Palmöl vorübergehend unterbrochen werden sollte, um zu garantieren, dass die Industrie ihren Betrieb sicher weiterführen könnte.

“Sollte es den Produzenten und Lieferanten von CPO und CPO-verarbeitenden Betrieben nicht gelingen, die Zerstörung des Waldes zu stoppen, wird die Industrie in Zukunft unausweichlich CO2-Emissionen verursachen,” sagte er weiter. Er fügte hinzu, dass als Ergebnis der Ausdehnung des Palmölanbaus in Wald- und Torfgebiete, die CO2-Emissionen ansteigen werden und somit sich der Treibhauseffekt vergrößert.

“In Indonesien machen die jährlichen Treibhaus-Emissionen von Torfland in Palmölplantagen-Konzessionen, 1% der globalen Emissionen aus,” sagte er. Er führte weiterhin aus, dass, sollte der zweite Teil des Kyoto-Protokolls zur Anwendung kommen und eine Ausgleichszahlung von € 30.00 (US$ 47,31) pro Tonne CO2 fordern, werden die Produzenten ihr Einkommen verlieren. Als Beispiel führte er Unilever an, als einer der größten CPO-Verbraucher. Sollten die CO2-Auswirkungen auf den Betrieb angewendet werden, dann müsste Unilever 714 Mio. €/Jahr zahlen, oder auch 14% seines Gewinns.

“Aus diesem Grund ist Unilever als Unternehmen vorangegangen und hat durch ein Moratorium in der CPO-Industrie zu einem Stopp der Umweltzerstörung aufgerufen,” sagte er. Er sagte ebenfalls, dass der Schaden am Wald, der durch die Landausdehnung für Palmöl verursacht wird, auch ein Ergebnis des schlechten Managements dieses Industriebetriebs sei.


 
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