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Flüchtlinge: Antrag auf Umsiedlung in Drittland Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Samstag, 12. Juli 2008
Im Juli 2008 gingen die Vertreter der Flüchtlinge aus West Papua, die sich zur Zeit in Apex Park, Boroko, Port Moresby, Papua New Guinea befinden, an die Öffentlichkeit. Wegen der andauernden Vertreibung unserer Familien sind wir besonders in folgenden Angelegenheiten besorgt:

1. Unser Status als Flüchtlinge in Papua Neuguinea

(i) Die UN-Flüchtlingskommission (UNHCR), die Regierung von Papua Neuguinea, und andere vom Schicksal der westpapuanischen Flüchtlinge betroffene Stellen verweigern uns weiterhin den Flüchtlingsstatus, und damit auch die Rechte, die Flüchtlingen unter internationalen Abkommen und dem Völkerrecht zustehen. Daher wiederholen wir unseren Anspruch auf Flüchtlingsstatus und die damit verbundenen Auswirkungen. Auch ohne ein offizielles Dokument, das uns als Flüchtlinge ausweist, ist alleine unsere Anwesenheit und Behandlung seit unserer Ankunft auf neuguineanischem Boden genug Beweis, dass wir Anspruch auf Flüchtlingsstatus haben.

(ii) Vor 37 Jahren wurde eine westpapuanische Exilregierung gegründet, die einen unabhängigen Staat West Papua führen sollte. Dies bleibt das allerwichtigste Ereignis in der Geschichte West Papuas, welches zu einem systematischen Krieg Indonesiens führte, um die Bestrebungen zur Selbstbestimmung der Menschen in West Papua zunichte zu machen. Wir, die Flüchtlinge in Apex Park in Port Moresby, sind eine direkte Folge dieses Ereignisses vor 37 Jahren, und wir werden niemals die unermüdlichen Bemühungen Indonesiens, uns staatenlos, landlos, stimmlos und machtlos zu machen, vergessen, noch werden wir unsere Kinder dies vergessen lassen. Diese indonesischen Bestrebungen dringen bis über die Grenze, bedrohen unsere Existenz und wollen uns hier in Papua Neuguinea in die Knie zwingen.

Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes Flüchtlinge.

2. Betreffs der Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen:

(i) Die Flüchtlingskommission (UNHCR) befasst sich mit dem Schicksal von Flüchtlingen weltweit, aber nach unserer Erfahrung gibt es eine Voreingenommenheit gegenüber Menschen aus West Papua, die durch regionale und lokale politische Einflussnahme noch verkompliziert wird.

(ii) Innerhalb des neuguineanischen Büros der Flüchtlingskommission hat die in Port Moresby stationierte Direktorin Frau Wallaya Pura solche Feindseligkeit, Verachtung, und Mangel an Verständnis für unsere Vorstellungen und Anwesenheit gezeigt, so dass wir bei zukünftigen Konsultationen mit der Flüchtlingskommission durch sie und ihr Büro große Benachteiligungen fürchten.

(iii) Wir verlangen von der Flüchtlingskommission eine Untersuchung ihres Amtsgebarens bezüglich unserer Angelegenheiten. Wir beantragen außerdem, dass das UNHCR-Regionalbüro in Canberra, Australien, die Konsultationen bezüglich unseres Status übernimmt, während unsere Beschwerden wegen Befangenheit und Fehlverhalten der Direktorin des Büros in Papua Neuguinea untersucht werden.

(iv) Wir bezeugen, dass die UNHCR es ablehnt, uns als Flüchtlinge anzuerkennen, und dass das Büro in Papua Neuguinea sowohl aktiv als auch passiv daran beteiligt ist, dass wir in den letzten 9 Monaten 4 Mal innerhalb von Port Moresby umgesiedelt wurden.

Während dieser Zeit haben wir Folgendes erlebt:

(a) Gewaltsame Entfernung aus dem UNHCR-Büro durch Sicherheitskräfte auf ihre direkte Anweisung hin, und unsere Ältesten wurden in diesem Fall als „Kriminelle“ bezeichnet.

(b) Wir wurden bezichtigt, falsche Aussagen bezüglich der Sicherheitslage unserer Familien gemacht zu haben, um den Flüchtlingsstatus zu erschleichen.

(c) Wir haben keinerlei offizielle Antwort auf alle unsere Korrespondenz und zur Durchsicht in ihr Büro eingereichten Dokumente bekommen.

(d) Bei unserer Umsiedelung aus der Polizeistation in Boroko in Port Moresby wurde uns zugesichert, dass die Bedingungen an dem neuen Ort inspiziert wird. Aber diese Inspektion ist weder von der UNHCR noch von einer anderen relevanten Behörde durchgeführt worden. Seit drei Tagen sind wir nun per Gerichtsbeschluss auf einen nahe gelegene Sport- und Freizeitanlage in Boroko ausgewiesen worden. Wir befürchten eine Ausweisung auch von diesem Ort und bedauern, dass die UNHCR nicht interveniert.

3. Regierung Papua-Neuguinea:
Wir sind überzeugt, dass unsere Vertreibung aus der 8 Meilen-Zone um Port Moresby politisch begründet war durch eine Intervention der indonesischen Botschaft gegenüber der Regierung von Papua-Neuguinea (PNG). Es ist kein Geheimnis das wir gegen indonesische Unterdrückung und Genozid in unserer Heimat protestiert haben und dies weiterhin tun werden und es dadurch zu Spannungen in den Beziehungen dieser beiden Staaten beigetragen hat.

Wir haben alle relevanten PNG - Regierungsvertretern aufgrund unserer Vertreibung angeschrieben, unter anderem den Premierminister von Papua-Neuguinea, den Außenminister und den Chefsekretär der Abteilung des Premierministers, jedoch bisher ohne jegliche formale Antwort.

Wir fordern eine Wiederansiedlung in einem dritten Land und bitten dazu die Regierung von PNG uns aus ihrer Rechtszuständigkeit zu befreien und uns aktiv in unserer Wiederansiedlung in einem dritten Land zu unterstützen.

Wir bitten die Regierung von PNG eindringlich die Entscheidung des Vanuatu Malcatumauri National Council of Chiefs unsere Familien zu „adoptieren“ zu beachten, und diesen melanesischen Ausdruck des Mitgefühls durch ein beidseitiges Abkommen mit dem Staat Vanuatu zu formalisieren.

4. An das Volk von Papua-Neuguinea: Brüder und Schwestern
(i) Wir, die Menschen West-Papuas im Apex Park – Boroko – Danken Euch allen für die freundliche Unterstützung und Symphatie die wir in dieser Zeit erhalten haben, seit unserer Vertreibung aus der 8-Meilen-Zone

Wir ehren alle Helden Papua-Neuguineas der Vergangenheit und der Gegenwart, die auf alle Arten, groß und klein, alle West-Papuas, in West-Papua und außerhalb, unterstützt haben, um den melanesischen Traum eines freien und unabhängigen Heimatlandes für unser Volkes in die Wirklichkeit umzusetzen.
Wir bitten Euch eindringlich Eure Bemühungen fortzusetzen und auszuweiten um unsere Brüder und Schwestern überall in Melanesien zu erreichen und die, sich schnell verschlechternde Situation in West-Papua wieder zum Guten zu wenden. Wie durch unsere Situation in Port Moresby bewiesen ist, sind wir staatenlos, landlos, ohne politische Freiheiten und werden mit einer institutionalisierten Einschüchterung und Verfolgung konfrontiert. Eure Verfassungsgarantierten Freiheiten und Rechte für uns einzutreten sind unsere einzige Hoffnung auf Rettung.

Brüder und Schwestern, wir sehen uns der größten Herausforderung gegenüber seit unserer Ankunft auf dem Boden Papua-Neuguineas und auch wenn alles – sprichwörtlich alles – gegen uns spricht, so stehen wir zusammen, wir sind stark, wir sind fest entschlossen, wir sind ein Volk, wir sind eine Seele.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Richard Brunton oder Freddy Warome unter +(675) 6218060


 
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