| Französischer Journalist in Papua beim filmen verhaftet |
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| Geschrieben von FdN | |
| Donnerstag, 15. Juli 2010 | |
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Erschienen im Guardian am 09. Juni 2010, von Baudouin Koenig: Warum hört die indonesische Demokratie in Papua auf? Was versuchen die indonesischen Behörden zu verbergen als sie mich beim filmen einer friedlichen Demonstration verhafteten? Als französischer Journalist reiste ich nach Indonesien um über eines der am schnellsten wachsenden Mitglieder der G20 und das größte muslimische Land der Welt mit seinem demokratischen Motto „Einigkeit in der Vielfalt“ zu berichten. Ich reiste über einen Monat lang quer durch den Inselstaat. Ich arbeitete ohne Behinderung auch an sensiblen Themen wie der Sharia, Terrorismus, Korruption und das Abschlachten der Kommunisten 1965 etc. (Ausnahme Region Posso the Celebes). Daraufhin erreichte ich mit einem gültigen Presseausweis und Journalisten-Visa Jayapura, die Hauptstadt West Papuas. Nur wenige Stunden nach meiner Landung erfuhr ich die Einschränkung der Pressefreiheit. Ich wurde verhaftet, weil ich eine Studentendemonstration für mehr Demokratie und Autonomie filmte. Nach acht Stunden Verhör hob der Chef der Immigrationsbehörde mein Visa auf und schickte mich zur sofortigen Ausweisung nach Jakarta zurück. Was soll in Papua vor ausländischen Journalisten und Forschern genau versteckt werden? Die Polizei beschuldigte mich, dass ich ein schlechtes Bild vom Land zeichnen wollte, weil ich eine verbotene Demonstration gefilmt habe. Die Aufnahmen zeigen Demonstranten, die für eine größere Autonomie, einen Dialog mit Jakarta und gegen Korruption demonstrierten. Die Protestierenden waren friedlich, die Polizeipräsenz diskret. Einige Stunden zuvor hatte ich ein Interview mit dem katholischen Priester Neles Tebay gemacht, der mir erzählte, wie er an einem Dialog mit Jakarta arbeitet. Diese zwei gefilmten Szenen vor meiner Verhaftung reflektieren die Eröffnungsrede von Patrialis Akbar, indonesischer Minister für Justiz und Menschenrechte, die er 10 Tage zuvor in Jayapura gehalten hat. Gegenüber indonesischen Journalisten hatte er betont, dass geplant sei politische Gefangene zu entlassen und einen Dialog mit West Papua anzustreben nach dem Vorbild der EU, die Frieden nach Aceh gebracht hatte. Aber ich frage mich, was für ein Image Indonesien gegenüber Pressefreiheit und demokratischen Prozessen möchte, wenn vor laufenden Fernsehkameras und Presse ein westliches TV Team verhaftet wird, das nur seinen Job macht? In Zeiten in denen jeder Tourist eine Kamera hat ist der Wille Informationen kontrollieren zu wollen Gegenstandslos. Das ist keine Freiheit der Meinungsäußerung, das ist eine Gefahr für das Image und die Zukunft Indonesiens, indem seit 32 Jahren repressive Praxis, Intoleranz und Korruption herrschen. Ich möchte die Entscheidung Akbars sehen (auf Anfrage des französischen Botschafters), dass meine Ausweisung aufgehoben und mir erlaubt wird meinen Film zu Ende zu machen. Das würde ein Zeichen dafür sein, dass es für jeden Journalisten bald möglich sein wird den Dialog zwischen Jakarta und den Papuas nach den indonesischen Prinzipien von Einheit in Vielfalt, sozialer Gerechtigkeit, Demokratie, religiöser Toleranz und Humanität zu begleiten. Übersetzung FdN |
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