| Indonesien verbietet CORDAID die Arbeit in Papua |
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| Geschrieben von FdN | |
| Dienstag, 21. September 2010 | |
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Indonesien wird vorgeworfen, nun noch härter gegen die renommiertesten
regierungsunabhängigen Organisationen in der Region Papua vorzugehen.
Die indonesische Regierung unterstreicht damit ihre Entscheidung,
weiteren führenden Organisationen die Arbeit in Papua zu verbieten.
Jakarta lehnte eine Erneuerung des Abkommens mit der
holländisch-katholischen Entwicklungs-Organisation Cordaid ab, welche
zuvor aufgrund dieses Abkommens über drei Jahrzehnte tätig war. In Papua
konzentrierten sich die Projekte von Cordaid hauptsächlich darauf,
wirtschaftliche und soziale Entwicklungen für arme Menschen zugänglich
zu machen sowie besseren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Johnny Blades berichtet: Das indonesische Sozialministerium äußerte den Verdacht, dass Cordaid den papuanischen Separatismus unterstütze. Die Organisation dementierte diese Vorwürfe, jedoch weigert sich Indonesien die Arbeitserlaubnis für die Organisation zu verlängern. Ed McWilliams von der Interessengemeinschaft West Papua sagt, dass die Vorwürfe, Cordaid würde mit Separatisten zusammen arbeiten, haltlos seien. „Wie jede andere Organisation im Raum Indonesien war auch Cordaid stets bemüht, Verbindungen zu solchen Gruppen zu vermeiden. Von daher kann man den Ausschluss von Cordaid genau so verstehen wie den Ausschluss des Internationalen Rotes Kreuzes im April 2009; er ist ein Versuch, die internationale Aktivität in der Region, und natürlich auch die Beobachtung der Ereignisse in West Papua zu reduzieren.“Wie auch letztes Jahr das Internationale Rotes Kreuz, zwang Jakarta kürzlich die konfessionsübergreifende Organisation für Entwicklungskooperation die Region zu verlassen. Doch der indonesische Menschenrechtsbeobachter Andreas Harsono ist sicher, dass der Bedarf an humanitärer Hilfe in West Papua größer ist denn je: „Die HIV-Rate zum Beispiel ist 15 mal – fünfzehnmal – höher als es national dargestellt wird. Gehen Sie nach Merauke, gehen Sie nach Wamena, und nur eine Fußstunde außerhalb der Ballungsgebiete finden Sie verwaiste Krankenhäuser, ohne medizinisches Personal, ohne Ärzte, noch nicht einmal Krankenschwestern werden Sie dort antreffen. Die Entscheidung Cordaid und andere Organisationen in der Region zu verbieten und ihnen die Arbeit zu untersagen wird das Leid der Papua weiter verschlimmern.“ Ed McWilliams sagt, dass die Mikrofinanzierungspläne von Organisationen wie Cordaid sehr hilfreich dabei waren, der Papuabevölkerung an der Basis aus der Armut zu helfen. „Sehr viel von dem Geld, welches von Indonesien nach West Papua kam, ist hauptsächlich in die Elite, und ehrlich gesprochen, regelmäßig auch in korrupte Kanäle geflossen. Im Gegensatz dazu kamen die finanziellen Mittel von Cordaid direkt bei den bedürftigen Menschen an und hatten daher eine sehr positive Wirkung.“ Laut Andreas Harsono gewinnen internationale Entwicklungsorganisationen nun mehr und mehr den Eindruck, erst an Jakarta vorbei zu müssen, bevor sie in West Papua tätig werden können. „Der Verlauf der Programme wird dadurch mehr oder weniger durch indonesische, regierungsunabhängige Organisationen auf Java vorgegeben. Das Geld wird nun erst durch ihre Hände gehen und sie werden die Programme in Papua verwalten, da es für Jakarta leichter ist, regierungsunabhängige Organisationen auf Java zu kontrollieren, als in Papua.“ Derweil ist Totung Mulya Lubis, berühmter indonesischer Menschenrechtsanwalt der Ansicht, dass die Entscheidung Cordaid aus der Region auszuschließen „zu vorschnell“ und ohne ausreichende Beweise getroffen wurde. Er ist der Meinung, dass der Ausschluss von ausländischer Finanzierung sozialer Projekte dem Todesstoß für regierungsunabhängige Organisationen aus Papua gleichkommt, da diese fast ausschließlich auf Mittel aus dem Ausland angewiesen sind. |
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Ed McWilliams von der Interessengemeinschaft West Papua sagt, dass die Vorwürfe, Cordaid würde mit Separatisten zusammen arbeiten, haltlos seien. „Wie jede andere Organisation im Raum Indonesien war auch Cordaid stets bemüht, Verbindungen zu solchen Gruppen zu vermeiden. Von daher kann man den Ausschluss von Cordaid genau so verstehen wie den Ausschluss des Internationalen Rotes Kreuzes im April 2009; er ist ein Versuch, die internationale Aktivität in der Region, und natürlich auch die Beobachtung der Ereignisse in West Papua zu reduzieren.“


