| Indonesiens Agrar-Expansionsplan stößt auf heftige Kritik |
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| Geschrieben von FdN | |
| Donnerstag, 8. April 2010 | |
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Der Plan der indonesischen Regierung eine Nahrungsmittel-Anlage
gigantischen Ausmaßes in West Papua zu entwickeln ist auf heftige
Kritik gestoßen, da er potentiell Kleinbauern marginalisiert und die
Umwelt bedroht. Die Regierung hofft, dass Indonesien mit dem „Merauke
Integrated Food and Energy Estate“ im Merauke Distrikt (West Papua) zu
einem der weltgrößten Nahrungsmittelproduzenten wird. Das Projekt wird
zwischen 50 und 60 Billionen Rupien (5,5 -6,6 Milliarden US Dollar)
Startinvestition kosten und, so wird erwartet, tausende Arbeitsplätze
schaffen, sagte der Vize-Arbeitsminister Bayu Krisnamurthi. „Etwa 36
einheimische und ausländische Firmen haben bereits Interesse bekundet
und die Regierung wird zwischen 2,5 und 3 Billionen Rupien für
Infrastruktur ausgeben. Die Großinvestoren müssen den ersten Schritt
tun“ erklärte Krisnamurthi diesen Monat gegenüber Reportern. „Es werden
unter anderem Reis, Zuckerrohr, Sojabohnen und Mais angebaut werden.“ Umweltschutzorganisationen und Aktivisten lehnen diesen Plan ab: „Die Anlage könnte der lokalen Bevölkerung mehr Schaden als Nutzen bringen. Nahrung ist nicht nur ein kommerzielles Gut, sondern auch ein menschliches Grundrecht. Die Nahrungsmittelproduktion in private Hände zu geben kann den Zugang der Menschen zu Nahrung erschweren, weil die Firmen durch Profitstreben getrieben werden,“ sagte Elisha Kartini, ein Aktivist der „Indonesischen Landwirts Union“ (SPI). Die Region Papua, welche den größten Teil der westlichen Hälfte der Insel Neuguinea einnimmt, ist in zwei Provinzen aufgeteilt, Papua und West Papua. Sie sind die ärmsten unter Indonesiens 32 Provinzen. Von 2,6 Millionen Einwohnern leben, nach Daten des nationalen Statistikbüros, 35 Prozent unterhalb der Armutsgrenze, gegenüber einer nationalen Armutsrate von 14,15 Prozent im Jahr 2009. Konkurrenz Die führende Umweltschutzgruppe Indonesiens Walhi warnte, dass das Projekt auf Landraub hinauslaufen würde zum Leidwesen ansässiger Bauern, die nicht mit Großkonzernen konkurrieren könnten. “Die Basis unserer Nahrungsmittelsicherheit ist dadurch angreifbar,“ erklärte Muhammad Islah, Zuständiger für Wasser- und Nahrungsmittelkampagnen bei Walhi. “Die Landwirte werden mit Landknappheit zu kämpfen haben im Angesicht einer Marktliberalisierung und einer für Kleinbauern ungünstigen Regierungspolitik. Sollte dieses Projekt durchgeführt werden, käme es einem legalisierten Landraub gleich, wenn es ansässigen und auswärtigen Unternehmen gestattet wird mit Kleinbauern zu konkurrieren.“ Indonesiens Agrarminister Suswono: Indonesische Unternehmen würden die Interessenkontrolle über die Anlage innehaben, Fremdeigentümerschaft würde auf 49 Prozent beschränkt. Vizeminister Krisnamurthi: Der erwartete Beitrag der Anlage zur Reisproduktion betrage eine Million metrische Tonnen jährlich und zwischen 800,000 and 1,2 Millionen metrische Tonnen Zucker. Indonesien produziert jährlich ungefähr 60 Millionen Tonnen Reis. Der koordinierende Ökonomieminister Hatta Radjasa: Das Projekt starte dieses Jahr. Details seien noch in der Ausarbeitung und Testphase um Ängste vor möglicher Umweltschädigung zu beschwichtigen. Wir müssen wirklich das brachliegende Land nutzen, Waldgebiete müssen intakt bleiben und entwaldete Gebiete in Plantagen umgewandelt werden. Umweltbedrohung und Marginalisierung Walhi hingegen warnte weiter, dass die Anlage das Ökosystem und seine Balance bedrohe: “Großangelegte Landumwandlungen in Merauke, wo in erster Linie Tiefland und Marschgebiete vorherrschen, könnten zu Landgebietsverlust führen. Zudem könnte die Abnahme von Wäldern und Überflutungsgebieten zu einem schnelleren Eindringen von Meerwasser ins Landesinnere führen.“ Das „West Papua Advocacy Team”, eine Papua Lobbygruppe, sagte: „Der Plan könnte einen Bevölkerungsanstieg in Merauke von etwa 175.000 Menschen auf bis zu 800.000 mit sich bringen. Das Projekt würde höchst wahrscheinlich eine staatlich unterstützte Zuwanderung von Nicht-Papuas, wie in den Jahrzehnten der „Transmigrationspolitik“ der Regierung Suharto, beinhalten. Dieser Politik wurden auch die ethnischen Konflikte im indonesischen Teil Borneos und auf der Insel Sumatra zugeschrieben. Der Konflikt dort wurde durch die Marginalisierung der Bevölkerung in ihrer eigenen Heimat ausgelöst. Durch staatliche Förderung von Programmen, die die internen Migranten zum Leidwesen der lokalen Bevölkerung bevorzugen. Es gibt bereits eine wachsende Gegenbewegung zum Plan durch Papua Kleinbauern, welche ihren Befürchtungen Ausdruck verleihen, dass ihre traditionelle Lebensgrundlage durch groß angelegte, staatlich unterstützte Kommerzialisierung der Agrarwirtschaft bedroht wird.“ |
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