Es wird berichtet, dass indonesische Soldaten im Dorf Bolakme während
des vergangenen Wochenendes geschossen haben. Niemand soll verletzt
worden sein. Die Intention der indonesischen Soldaten war die
Unabhängigkeits–Flaggenhissung zu beenden. Bolakme liegt sechs
Kilometer nördlich der Stadt Pyramid, auf der anderen Seite des Baliem
Flusses. Diese Region liegt westlich von Wamena, der Hauptstadt des
Hochlandes. Quellen zufolge, hat Mr. Linde Kimek geäußert, der die
traditionellen Lani als auch die OPM/TPN (Unabhängigkeitsbewegung) in
der Region repräsentiert, dass er die Proteste bis zum 04.07.2007
fortführen werde.
Das Hissen der Morning Star Flagge ist ein Symbol für die
Unabhängigkeitsbewegung und Selbstbestimmung. Nach den Gesetzen der
Speziellen Autonomie ist es gestattet die Flagge offiziell zu zeigen.
Aber trotzdem werden auch friedliche Flaggenhissungen systematisch von
den indonesischen Sicherheitskräften gewalttätig beendet.
In einem Statement von Mr. Linde Kimek, Mitglied der United Front of
West Papuan People’s Fight in Wamena, sind die Ziele der OPM/TPN
Proteste:
Sie sollen der indonesischen Regierung und der Welt zeigen, dass das
Volk West Papuas immer noch existiert und bis zur vollen Unabhängigkeit
kämpfen wird.
Das sie gegen den von der UN sanktionierten Wahlbetrug „Act of Free
Choice“ demonstrieren, der die Übernahme West Papuas durch Indonesien
1969 besiegelte.
Es soll ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass sie das West Papua Problem friedlich lösen wollen.
Die Vereinten Nationen sind aufgefordert auf Indonesien Druck
auszuüben damit sämtliche militärischen Streitkräfte aus West Papua
sofort abgezogen werden.
Die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten und die Niederlande
sollen ermutigt werden die Forderungen der Papuas nach einem neuen
Referendum zu unterstützen damit diese über ihre Zukunft frei bestimmen
können.
Es sollen ausländische Journalisten und Organisationen wieder Zutritt nach West Papua bekommen.
Hans Gebze, Sprecher von United Front of West Papuan’s People Fight
[Front Persatuan Perjuangan Rakyat Papua Barat], sagte heute: „Quellen
aus Bolakme berichteten, dass am 29.06.2007 indonesische Soldaten des
Batallions 756 von Wamena aus den Bolakme Distrikt besetzt, geschossen
und die Bewohner eingeschüchtert haben. Die Situation sei angespannt.“
Er sagte weiter, dass die OPM Gruppe in Bolakme ihren friedlichen
Protest gegen die indonesische Besatzung West Papuas zu Ausdruck bringt
und dass diese Region eine lange Tradition von OPM Kämpfern hat. Die
OPM Gruppe bringt mit ihren friedlichen Protesten ihre politische
Meinung zum Ausdruck. Für die Kämpfer und die Zivilisten in der Region
sei das sehr risikoreich, da die indonesischen Sicherheitskräfte
gegenüber diesen friedlichen Protesten Gewalt anwenden könnten.
Hans Gebze sagte: „Wir haben sehr große Befürchtungen gegenüber der
Militäroperation mit Einschüchterungen um den politischen Willen der
Papuas zu stoppen. Wir hoffen, dass die militärische Führung in West
Papua nicht die Option der Gewalt wählt. Aber eigentlich ist das ein
politisches Problem. Es wird auch berichtet, dass die indonesische
Spezialeinheit KOPASSUS in den vergangenen Monaten alle „Chiefs“ in
Wamena eingesammelt hatte um sie zur indonesischen Integrität zu
„briefen“. Es gibt für politische Bekundungen in West Papua nur einen
geringen Spielraum, der von Indonesien zugestanden wird. Aber da der
Aspekt der Selbstbestimmung in West Papua immer noch ungelöst ist, wird
es weiter Forderungen nach Unabhängigkeit geben. Die Truppen in Bolakme
unterstehen Major Bambang Purwadi, vom Infanterie Batallion 756, das
Teil von Korem 172 ist, das wiederum unter dem Kommando von Col.
Burhanuddin Siagian steht. Dieser wird beschuldigt zweimal wegen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ost Timor verstoßen zu haben und
sei direkt verantwortlich für die Exekution von Zivilisten, die die
Unabhängigkeit forderten. Zudem war er am Aufbau von Paramilitärs
beteiligt gewesen.
Nach einem Bericht der Cenderawasih Pos vom 12.05.2007, hat Col. Siagian gedroht, jeden zu vernichten, der Indonesien verrät:
„Wenn ich jemanden treffe, der die indonesischen Einrichtungen nutzt,
er aber die Nation verrät, dann ehrlich, ich werde ihn zerstören.“
Diese Aussage machte er als Antwort auf die Proteste von Studenten, die
Untersuchungen des „Act of Free Choice“ und ein neues Referendum zur
Unabhängigkeit forderten.
„Es gibt einen Kreislauf von Aktivitäten der lokalen Bevölkerung
(Unabhängigkeitsforderungen), die seit fünf Jahren mit Polizei- und
Militäroperationen beantwortet werden, die zivile Opfer, Vertreibungen
und Hungersnöte bringen.“
IPAHR (Institute for Papuan Advocacy & Human Rights) hat große
Bedenken, dass sich dieser Kreislauf jetzt in Bolakme wiederholt.
Während der letzten Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel hatte eine
Flaggenhissungskampagne unter Führung der OPM Gruppe um Goliat Tabuni
in der Puncak Jaya Region zu massiven Militäroperationen geführt.
„Die Militäroparation betraf Tausende Zivilisten, die aus ihrer Heimat
für mehrere Monate vertrieben worden sind und Zuflucht im unwirtlichen
Yamu Fluss Tal gesucht hatten. Während dieser Zeit, gab es mehrere Tote
unter der Zivilbevölkerung und viele der Flüchtlinge starben an Hunger
und Krankheiten. Diese Flüchtlinge sind jetzt trotz der immer noch
herrschenden Militärpräsenz wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt, sagen
Berichte.“
Für weitere Informationen:
Arkilaus Baho at +62852 4497 9620
National Spokerperson for Front PEPERA PB
Rinto Kogoya at +62852 5742 2426
Secretary General
Hans Gebze at
International Spokesperson for Front PEPERA PB
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