| Militäroperationen in Puncak Jaya, West Papua |
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| Geschrieben von FdN | |
| Mittwoch, 23. Juni 2010 | |
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Seit März dieses Jahres fühlen sich die Einwohner Puncak Jaya’s von der
Präsenz staatlicher Sicherheitskräfte, Armeeeinheiten und der
Polizei/Brimob bedroht. Den ganzen Weg entlang von Mulia über
Tingginambut in den Bezirk von Ilu und von Mulia town nach Yambi; dort
wurde Werius Telenggon ermordet, herrschen beängstigende Zustände. Das
Erledigen der täglichen Pflichten ist schier unmöglich geworden. Überall
hört man Schüsse in den Straßen und Demonstrationen militärischer
Streitkräfte stehen auf der Tagesordnung. Ihre Präsenz dient nicht zum
Schutz der hiesigen Bevölkerung, sondern zu deren Unterdrückung und zum
Mord an Zivilisten. Menschen, die auf dem Weg von Ilu nach Tingginambut durch die von
Polizei und Armee stark kontrollierte Besatzungszone reisen, fühlen sich
äußerst unsicher. Das selbe geschieht auf dem Weg von Mulia nach Yambi,
was bedeutet, dass jeder hier in Angst und Schrecken lebt. Einwohner
erzählen von ihren Gärten aus, dass geradezu alles verboten sei. Menschenrechtsverletzungen des Militärs gegenüber Zivilisten in Puncak Jaya Jeder, der an einem Militärsposten vorübergeht, hat seinen Personalausweis vorzuzeigen. Jeder, der außer Stande ist, dem nachzugehen, wird auf der Stelle verhaftet und auf unterschiedliche Art und Weise misshandelt und eingeschüchtert. Der Großteil der hiesigen Bevölkerung spricht und versteht kein Indonesisch und kann daher nicht antworten, wenn das indonesische Militär seine Fragen herausbrüllt. Solche Dinge gestalten mittlerweile den Alltag des indonesischen Militärs in Puncak Jaya. Jeder, der während eines Verhörs einen Spiegel mit sich führt, wird auf der Stelle verhaftet und geschlagen, da ein Spiegel als Code für OPM/TPN (Bewegung Freies Papua und deren militärischer Arm) angesehen wird. Unzählige Menschen wurden verhaftet und gefoltert, da sie beschuldigt wurden Mitglieder der Vereinigung OPM zu sein. Fast alle Bewohner aus Yambi sind in die Bezirke Sinak, Agamdugume und Ilaga, Puncak Jaya oder Mulia geflohen. Einwohner aus Tingginambut sind in die nahegelegenen Wälder oder nach Kuyawagi und Tiom geflüchtet, da das Militär ihre Häuser niedergebrannt hat. In dem Dorf Yarmukum, das zwei Kirchen beherbergt, wurden 12 Honaihäuser sowie eine ärztliche Klinik niedergebrannt. Diese Aktionen waren das Werk von Brimob. Eine Kirche in Kayogwebur wurde als offizielles Militärhauptquartier der Brimob umfunktioniert. Die lokale Bevölkerung hat seit her die Gebete in ihrer Kirche einstellen müssen. Eine schwangere Frau wurde in Tinggineri Kampung von den Brimob vergewaltigt. Ein junger Mann aus Tiom besuchte vom 09. bis zum 10. Juni seine Familie in Guragi im Bezirk Mulia. Dort wurde er verhaftet und zwei Tage lang gefoltert. Schließlich, am 11. Juni, kam er in Puncak Jaya ins Gefängnis. Solche Ereignisse zeigen, dass Inhaftierungen wahllos und ohne Beweise an unschuldigen Zivilisten durchgeführt werden. Die Polizei in Puncak Jaya bedroht und schüchtert nicht nur die lokale Bevölkerung ein, sondern auch hiesige Priester. Es werden Fotos von ihnen aufgenommen und es wird ihnen eingeschärft sich vor dem 28. Juli zu melden, dann müssen sie eine Million Rupiah bezahlen oder eine gewisse Anzahl Hühner mitbringen. In Nalime, Teil des Bezirks Tingginambut, wurde die einheimische Bevölkerung gezwungen, eine Fläche für ein Fussballfeld zu säubern, das dann aber als Militärlandeplatz für Helikopter genutzt wurde. Die Helikopter ihrerseits wurden für die Verfolgung des OPM Basislagers von Goliath Tabuni eingesetzt, welches nur zwei Kilometer entfernt liegt. Jeder, der nach 20 Uhr aus dem Haus geht, wird verhaftet. Am 11. Juli zwischen 17 und 18 Uhr wurden alle Einwohner der Stadt Mulia kontrolliert. Jeder, der sich nicht ausweisen konnte, wurde in Handschellen abgeführt und in der Polizeibefehlsstelle inhaftiert. Einige Opfer berichten, dass gleichzeitig ihr Geld geraubt wurde. Der Bericht zeigt folgend Fotografien von Menschen, die in verschiedener Art und Weise misshandelt und gefoltert wurden. Ein Foto zeigt ein Mitglied der Brimob, der aus Jakarta eingezogen wurde, zur Verfolgung Goliath Tabunis; die Truppen sind schwerstbewaffnet. Das Foto ist unscharf, da es aus relativer Entfernung geschossen wurde. Nichtsdestotrotz waren 120 ausgebildete Scharfschützen zugegen. Die Einwohner sind hilflos und verängstigt, da sich der Großteil der Regierungsmitglieder und –mitarbeiter nach Jayapura begeben hat und sich somit nur noch sehr wenig öffentlich Bedienstete in Mulia aufhalten. Im Moment sind zweifellos viel zu viele Staatssicherheitskräfte von Kopassus, BAIS, Geheimdienst und Armee in Puncak Jaya tätig. Man schätzt ihre Anzahl auf Tausende. Schließlich endet der Bericht mit einer Entschuldigung an alle, deren persönlicher Fall nicht mit einbezogen werden konnte. Es konnten auch keine Fotos in Tingginambut gemacht werden, da es überaus schwierig sei, Zugang zu erhalten. Der Bericht endet mit einem Versprechen auf eine Fortsetzung, sobald es eine Möglichkeit gibt mehr Fotos zu schießen. |
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