| Neue Militäroperationen im Jamo Tal |
|
|
| Geschrieben von Administrator | |
| Mittwoch, 12. September 2007 | |
|
Berichte von Menschenrechtsorganisationen bestätigen, dass das
indonesische Militär (TNI) und die Polizei eine neue Militäroffensive
im Jamo (auch Yamo) Tal in der entlegenen Puncak Jaya Region in West
Papua in der ersten Augustwoche 2007 begann. Die Quellen berichten,
dass eine Mutter und zwei Kinder am Hungertod starben, nachdem sie sich
vor dem Militär geflüchtet hatten und im Wald versteckt hielten. Die
Einheimischen sagen aus, dass sie von indonesischen Sicherheitskräften
geschlagen worden sind und viele Menschen in die umliegenden Wälder und
Berge geflüchtet sind um sich dort zu verstecken. Mitarbeiter von
Menschenrechtsorganisationen berichten, dass das betroffene Gebiet auch
die Dörfer Wundu und Propalo betrifft. Um in diese zerklüftete Gegend
zu gelangen, muss man entweder einen Fußmarsch auf sich nehmen oder mit
einem Hubschrauber eingeflogen werden.
Die involvierten Truppen sind Berichten zufolge das TNI Bataillon 756 Wamena und das Bataillon 752 Nabire sowie die paramilitärische Mobile Police Brigade (Brimob) aus Jayapura.
Eine Quelle gibt an, dass der Auslöser für die Militäroperation eine
misslungene Umzingelung eines Verstecks durch das TNI und die Polizei
aus Mulia gewesen sein soll. In diesem Versteck wurde der
Guerillaführer der OPM/TPN Goliat Tabuni vermutet. Eine andere Quelle
gibt als Auslöser an, dass die gesamte junge Bevölkerung (Männer wie
auch Frauen) mehrerer Dörfer in die Wälder und Berge geflohen sind,
weil große Angst vor Vergeltungsschlägen von Seiten der indonesischen
Sicherheitskräfte herrschte. Die indonesischen Sicherheitskräfte
beschuldigten die Dorfbewohner Goliat Tabuni und die OPM/TPN Guerilla
zu unterstützen. Die gleiche Quelle gibt auch an, dass lediglich Alte
und Kinder in den Dörfern zurückgelassen worden sind und diese nun
traumatisiert seien. Das Institute for Papuan Advocacy and Human Rights (IPAHR) stellt das Wohl und die Sicherheit der Bewohner des Jamo Tals in Puncak Jaya in Frage. „Innerhalb der letzten Jahre wurden die Bewohner der Region des Öfteren durch das Militär aus ihrer Heimat vertrieben. Die wiederholten Militäroperationen und die bestehende Besetzung der Region durch die Sicherheitskräfte macht ein Leben in der Region schwierig. Das beinhaltet, dass die Menschen auf der Flucht ihre Häuser, Gärten und Schweine zurücklassen und von sehr wenig in den Wäldern leben müssen“, gibt Paula Makabory vom IPAHR zu bedenken. „Die Kapazitäten der Menschenrechtsorganisationen und der Kirche sind vor Ort auch stark von den indonesischen Sicherheitskräften und den OPM/TPN-Gruppen um Goliat Tabuni eingeschränkt. Der auf internationale Medien und Hilfsorganisationen gelegte Bann durch die indonesische Regierung bedeutet, dass die internationale Gemeinschaft die Lage in Papua schwer beurteilen und nur mit größten Anstrengungen humanitäre Hilfe ins Jamo Tal liefern kann.“ |
| < zurück | weiter > |
|---|







