| Norwegen kritisiert Rio Tinto's Papua Mine als unethisch |
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| Geschrieben von Administrator | |
| Sonntag, 14. September 2008 | |
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Norwegens Regierung, einer der größten Anteilseigner des britischen Rio
Tinto Konzerns, hat ihre Anteile von 500 Millionen englischen Pfund
verkauft. Grund dafür ist die 40-prozentige Beteiligung von Rio Tinto
an der Grasberg Gold- und Kupfermine in West Papua. Die norwegische
Finanzministerin Kristin Halvorssen hat den Konzern öffentlich für
schwere Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen kritisiert und
damit die Entscheidung der Regierung gerechtfertigt: „Es gibt keine
Anzeichen dafür, dass der Konzern seine Praxis ändert.“ Bereits 2006
hat der norwegische „ethische Rat“ Rio Tinto auf die schwarze Liste
gesetzt. Die Grasbergmine zählt zu der größten ihrer Art weltweit.
Tausende Einheimische wurden durch die Minenaktivität aus ihrem
Stammesland vertrieben und sind vom indonesischen Militär getötet
worden, die Umwelt ist irreversibel zerstört.
Freeport McMoRan Copper & Gold Inc.: 1967 wurde Freeport, eine der größten Gold- und Kupferminen der Welt, in West Papua geplant. Die Konzessionsvereinbarung mit Indonesien wurde also bereits zwei Jahre vor dem angeblich freien Referendum „Act of Free Choice“ unterzeichnet! Sie befindet sich in den „Grasberg“ Bergen von West Papua, im traditionellen Land der Amungme (Tembagapura Gebiet). Der Zutritt zum Konzessionsgelände wird von ABRI, dem indonesischen Militär, bewacht und kontrolliert. Zugang bekommen nur die Arbeiter und Angestellten der Mine. Die Eigentümer der Freeport Mc MoRan Copper & Gold Inc. sitzen in New Orleans (USA). Anteile des Konzerns halten unter anderen die indonesische Regierung und auch deutsche Anleger. Exportiert wird nach den USA, England, Australien und Japan. Die ermittelten Erzvorkommen reichen für 45 Jahre. Die prozentualen Erzwerte bei Gold, Silber und Kupfer gehören zu den höchsten in der Welt. Die Förderung beläuft sich auf 125.000 Tonnen Erz pro Tag, wofür etwa 562.500 Tonnen „toter Fels“ bewegt werden müssen. Der Ajkwa Fluss und die Umgebung sind verseucht, da Freeport täglich pumpt 230.000 Tonnen toxische Minenabwässer in den Fluss pumpt. Verantwortliche der Mine warnten die Ureinwohner vor der Benutzung des Wassers und der Sagopalmen, die in der Gegend wachsen. Allein 1980 starben nachweislich 216 Kinder an Kupfervergiftung. Freeport ist inzwischen Indonesiens wichtigster Steuerzahler. Allein im Jahre 2006 zahlte Freeport 1,6 Milliarden Dollar Steuern. Das indonesische Militär bewacht das Freeport Gelände und erhielt dafür in den letzten Jahren 2001, 4.7 und 2002 5.6 Millionen US Dollar Schutzgeld. Diese Zahlungen sind ein integraler Bestandteil der Konzessionsvereinbarungen mit Indonesien. 1977 flammten die ersten Proteste der Amungme, Kamoro, Dani und der OPM gegen die „Freeport“ Gesellschaft auf. Die indonesische Luftwaffe antwortete mit der Bombardierung von Dörfern. Diese bewaffneten Konflikte, ausgetragen in enger Zusammenarbeit mit dem indonesischen Militär, wurden ein integraler Bestandteil der „Arbeitsweise“ des Konzerns. Als Protest hisste die OPM von Juli bis Dezember 1994 die Befreiungsfahne im Tsinga Tal. Daraufhin zerstörten Militäreinheiten das Dorf Tsinga und ermordete 37 Menschen. Die Opfer wurden (wie gewöhnlich) als Terroristen bezeichnet.
1991 bekam Freeport die Konzession über weitere 25.000
Quadratkilometer Amungme-Land. Aufgrund dessen beschloss die
indonesische Regierung im Februar 1995 die Umsiedlung von 2.000
Menschen aus dem Konzessionsland des Freeport Konzerns in andere
Regionen. Auf die ständig wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen der
Papuas reagierte Indonesien weiterhin mit brutaler Gewalt, der bis
heute annähernd 30 Prozent der Urbevölkerung zum Opfer fielen. Laut
inoffiziellen Berichten wurden allein zwischen 1963 und 1969 über
30.000 Papuas getötet. Freeport machte unterdessen als eine der zehn skrupellosesten Unternehmen von sich reden. Der Gesellschaft wurde dieser Rang durch das Multinational Monitor Magazine in dessen Dezemberausgabe 1996 für ihr Gebaren in West Papua verliehen. “Freeport hat sich durch massive Umweltzerstörungen und Ausbeutung von Arbeitskräften hervorgetan.“ Seit 1996 ist vor einem Gericht in den USA ein Verfahren gegen die Gesellschaft anhängig, die beschuldigt wird, durch stillschweigende Billigung an Folter, Mord und dem „Verschwindenlassen” von Menschen mit verantwortlich zu sein. 1979 wurden in Timika, der zur Freeport-Mine nächstgelegenen Stadt, neue Militäreinrichtungen für die Polizeikommandos KODIM und KORES in Betrieb genommen. Gründe für die Aufstockung waren nach den Worten des damaligen Chefs des Militärs, Feisal Tanjung, „die großen ökonomischen Potenziale des Subdistriktes Timika und die sozio-kulturellen Bedingungen der Bevölkerung“. Nicht zu vergessen ist die jahrelange Militärhilfe der Regierung Kohl für die indonesischen Streitkräfte. Neben umfangreichen Waffengeschäften wurden auch Ausbildungsprogramme für die indonesischen Polizei- und Armeekräfte unterstützt.
Amerikanische Politiker, die bisher im Aufsichtsrat von Freeport
vertreten waren und entscheidend die Politik gegenüber Indonesien
bestimmten: John Hay Whitney, US Botschafter in Großbritannien und Haupt-Geldgeber von Dwight D. Eisenhower Robert A. Lovett, US-Verteidungsminister 1953-1995, einer der Architekten des Kalten Krieges Admiral Arleigh Burke, 1955-1961 Generalstabschef der US Navy J. Stapleton Roy, Botschafter in Indonesien 1996-1999 und Direktor von Kissinger Associated
Beteiligungen an Freeport aufgeschlüsselt:
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