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Papua plant Rohholz-Exporte zu verbieten Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ab dem nächsten Monat wird Papua alle Rohholz-Exporte untersagen in einem radikalen Schritt zur Bewahrung eines der größten verbliebenden Gebiete an unberührtem Regenwald. Barnabas Suebe, Gouverneur der indonesischen Provinz Papua, sagte gegenüber der Zeitung „The Age“ dass die Klima Konferenz in Bali die Finanzierung dieser Maßnahme aufgrund des Einflusses auf die globale Erwärmung unterstützen sollte. B. Suebe sagte, dass er bereits die Aussetzung für neue Abholzungslizenzen angeordnet hat und im nächsten Monat rechtliche Schritten einleiten will, sämtliche existierende Lizenzen einzuziehen, da die Holzfäller die Wälder Papuas illegal zerstört hätten. Eine Wiederausgabe von Lizenzen sei nur unter strengen Auflagen in Zukunft möglich.

Weiterhin sollen alle Inhaber von Lizenzen Holzverarbeitungsbetriebe in Papua errichten, da der Export von unbearbeiteten Stämmen weiterhin verboten bleiben soll. Zusätzlich müssen sie zustimmen, für jeden gefällten Baum 5 neue Bäume zu pflanzen.
Die von Malaysia und Festland-China operierende „Chinesische Mafia“ soll für die grassen illegalen Holzfällungen in Papua verantwortlich sein, so B. Suebe. „Ich denke die Holzmafia ist sehr gut organisiert.“
Im papuanischen Wald, der weltweit die höchste Dichte an biologischer Vielfältigkeit aufweist, wurden allein im letzten Jahr mindestens 7,2 Millionen Kubikmeter Holz gefällt, was zu einem rasanten Schrumpfen der Waldfläche von 42 Millionen Hektar führte.
B. Suebe veröffentlichte einen neuen Erlass zum Schutz des Waldes, den er gerade zusammen mit dem Gouverneur der angrenzenden Provinz West-Papua unterschrieben hatte. (Gesamt West Papua ist von Indonesien in zwei Provinzen aufgeteilt worden: West Papua und Papua)
Die Vorschläge wurden auch er indonesischen Regierung übermittelt, doch B. Suebu betonte dass er die Autorität hat diese umzusetzen nach den neuen Gesetzen zur regionalen Selbstbestimmung.
„Beginnend mit dem Januar 2008 werden wir den Export von Rohholz aus Papua beenden“, sagte er.
Das unbedingte Verbot von Holzexporten sei berechtigt, da die lokalen Bewohner lediglich 10 US-Dollar für einen Stamm Edelholz erhielten. Der gleiche Stamm, geschmuggelt nach China und verarbeitet, sei dann 1.500 US-Dollar wert.
Durch die Errichtung kleiner holzverarbeitender Unternehmen würde die Bevölkerung, trotz der Reduzierung der Abholzungsmenge, profitieren, sagte er.
Ungefähr 65% des Papuanischen Waldes würden komplett geschützt sein, inklusive mind. 15% der Wälder die bereits zum Fällen markiert worden sind. Die Welt sollte im Rahmen der Bali-Konferenz Papua für diese Maßnahme entschädigen, sagte er. „Ich bin der Gouverneur aller Lebewesen in Papua, für die Ameisen, für die Vögel, für die Bäume und ich muss sie beschützen. Ohne sie kann es für uns alle kein Leben geben“.
B. Suebu erwartet nach eigener Aussage Proteste der Holzlobby, doch die Maßnahmen würden eine dramatische Wirkung haben und funktionieren. Die Häfen Papuas würden kontrolliert und 1.500 Ranger ausgebildet werden zur Durchsetzung der Gesetze.
Der für die Wälder zuständige Minister in Jakarta lehnt die Maßnahme bestehende Abholzungslizensen einzuziehen zunächst ab, sagte Suebu. Sobald Papua jedoch sicher stellen kann, dass die Gesetze einer Überprüfung standhalten, würden sie auch in Jarkata verabschiedet werden.
„Schlussendlich müssen wir unsere Wälder schützen und in einer nachhaltigen Art bewirtschaften um das Geld zu verdienen die Armut zu bekämpfen, dass ist das Ziel dieser Politik“, sagte er.

FdN Kommentar:
„Das Verbot von Holzexporten und die Einziehung bestehenden Lizenzen zum Holzeinschlag ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Schutz des Waldes ist von fundamentaler Bedeutung für den Erhalt der Lebensräume der lokalen Bevölkerung und des Weltklimas. Doch ob diese Gesetze, auch wenn sie verabschiedet werden, auch konsequent umgesetzt werden können oder ob sie lediglich ein Versuch sind, die Gelegenheit der Weltklimakonferenz zu nutzen um Gelder aus den internationalen Kassen abzuziehen, bleibt abzuwarten. Nicht zuletzt auch deswegen, weil das indonesische Militär weiterhin an dem schmutzigen Geschäft der illegalen Holzfällerei in West Papua beteiligt ist und daran kräftig verdient. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der indonesische Staat als Neokolonialist selbst, da die laufenden Ausgaben des indonesischen Militärs nur zu etwa einem Drittel vom Staatshaushalt gedeckt werden. Den Rest müssen sich die Einheiten dort erwirtschaften, wo sie stationiert sind. In West Papua bedeutet dies, dass kaum eine wirtschaftliche Betätigung ohne eine Mitbeteiligung des Militärs umsetzbar ist. Und, die Gewinnspannen bei illegaler Holzfällerei sind enorm. Die von Suebu beschriebene Holzmafia dient lediglich dazu den illegal geschlagenen Stämmen mit offiziellen Papieren und Stempeln den Weg zum Weltmarkt zu ebnen; nicht ohne Profitbeteiligung versteht sich.

The Age, Mark Forbes


 
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