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Papuanischen Intellektuellen werden Fesseln angelegt Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 20. Januar 2008
Seit dem Fall der Regierung Soeharto scheint sich Indonesien in Richtung Demokratie zu entwickeln. Indonesische Bürger haben die Möglichkeit ihre Rechte und Pflichten ohne Furcht, Druck und Einschüchterung durch den Staat auszuüben. Die einheimischen Papua nutzen diese demokratische Atmosphäre für sich, um ihre Meinung durch das Schreiben von Büchern über einige Aspekte Papuas auszudrücken. Auch wenn es nur wenige papuanische Schriftsteller gibt muss beachtet werden, dass die Veröffentlichung solcher Bücher mehr Papauaner ermutigt ihre Freiheit und Meinung durch das Schreiben auszudrücken. Jedoch betrtachtet die Zentralregierung die neuen Entwicklungen nicht immer als gute Nachrichten.

Anstelle von Stolz darauf zu sein das die Papuaner, die einst weder Lesen noch Schreiben konnten und sich auf mündliche Überlieferung ihrer Geschichten verlassen mussten, nun ihre Ideen im geschriebenen Wort ausdrücken können, betrachtet die Regierung die Ausübung der intellektuellen Kreativität der Papuaner als etwas Verdächtiges, wenn nicht Gefährliches. Viele Bücher über Papua, insbesondere jene die von einheimischen Papuanern geschrieben wurden, werden zensiert nach Kriterien der Regierung oder komplett verboten.

Das letzte Buch das von der Regierung gesetzlich verboten wurde ist Tenggelamnya Rumpun Melanesia: Pertarungan Politik NKRI di Papua Barat (Der Untergang der melanesischen Rasse: Der Kampf des einheitlichen Staates Indonesien in West-Papua), geschrieben von dem jungen papuanischen Author Sendius Wonda und verlegt durch Deiyai, einem in Jayapura ansässigen Verlag. Die Einleitung des Buches wurde geschrieben von Pfarrer Socrates Socrates Sofyan Yoman, dem Vorsitzenden der Bruderschaft der baptistischen Kirche in Papua. Nach Aussage des Sprechers der Staatsanwaltschaft in Jayapura, Sri Agung Putra, enthält das 247-Seiten starke Buch Wondas einige Elemente die "die Regierung in Misskredit bringen", "die öffentliche Ordnung stören" und "die Nationale Einheit gefährden". Sofort nachdem deren Verbot ausgesprochen wurde am 14. Dezember, nahm die Polizei die Bücher aus den Regalen und ordnete an, dass Besitzer des Buches es der Staatsanwaltschaft aushändigen müssen.

Wondas Arbeit ist das zweite Buch über Papua das von der Regierung verboten wurde, nach Peristiwa penculikan dan pembunuhan Theys H Eluay 10 November 2001 (Die Entführung und Ermordung von Theys H Eluay am 10 November 2001) von Benny Giay, einem papuanischen Anthropologen, im Jahr 2002.

Wie Wondas Buch wurde das Buch über Theys als gefährlich für die nationale Einheit eingestuft.

Es gab einen charismatischen Führer, der für die Unabhängigkeit Papuas eintrat und dem "Papuan Presidum Council" vorsaß, einer Institution die im zweiten papuanischen Kongress 2000 geschaffen wurde um den friedlichen Kampf zur Schaffung eines unabhängigen Staates West-Papua zu führen. Er wurde entführt und ermordet durch Spezialeinheiten der Armee. Es scheint, dass das selbe Kriterium von der Generalstaatsanwaltschaft angewendet werden wird um alle Bücher über Papua zu verbieten, insbesondere diejenigen, die von Papuanern geschrieben wurden, einfach indem gesagt wird, dass diese Bücher Elemente enthalten die als gefährlich für den indonesischen Staat und die Regierung sind.

Doch jeder weiß, dass die Generalstaatsanwaltschaft nie deutlich erklärt hat, auf welche Art die Bücher die nationale Einheit gefährden, die Regierung in Misskredit bringen oder die öffentliche Ordnung stören. Durch das Verbieten der papuanischen Bücher aufgrund eines unklaren Kriteriums zeigt die Zentralregierung ihr undemokratisches Gesicht, trotz seiner ständigen Selbstwerbung als Kämpfer für die Demokratie. Der undemokratische Aspekt der Regierung wurde und wird bestätigt durch ihre Unfähigkeit mit den abweichenden Meinungen von Papuanern umzugehen. Anstatt neue Bücher zu fördern um dem Inhalt der nun verbotenen Bücher entgegenzutreten, missbraucht die Regierung ihre Macht um die intellektuelle Kreativität der Papuaner und ihre Meinungs- und Äußerungsfreiheit zu ersticken.

Nach Jahrzehnten hat sich nichts geändert an der Art, wie die Regierung die Rechte der Papuaner in Bezug auf Meinungsfreiheit und intellektueller Freiheit missachtet. Sie bestimmt weiterhin sehr restriktiv ob Bücher für Papuaner zu lesen geeignet sind oder nicht. Die Anwesenheit der Indonesischen Regierung in Papua ist sehr verdächtig, da sie scheinbar nicht existiert um die Papuaner beim Ausüben ihrer intellektuellen Kreativität zu schützen, sondern um sie grausam zu behandeln. Das Verbieten von Büchern stellt scheinbar nicht nur eine einzelne isolierte Aktion dar. Vielmehr zeigt sie die Politik der Regierung die intellektuelle Freiheit der Papuaner zu bedrohen.

(Der Schreiber ist Dozent an der Fajar Timur Schule für Philosophie und Theologie in Abepura, Papua)

Jakarta Post vom 18. Janauar 2008, Neles Tebay, Abepura, Papua


 
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