| Proteste am 1. Dez. 2008, dem Nationalfeiertag (Fotostrecke) |
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| Geschrieben von Administrator | |
| Donnerstag, 4. Dezember 2008 | |
Die indigenen West Papuas kamen zu Tausenden zusammen, um ihren
Nationaltag zu feiern. Der erste Dezember ist ihr Nationaltag oder
Nationalflaggentag. Vor 47 Jahren, am 1. Dezember 1961, wurde in der
niederländischen Kolonie West Neuguinea zum ersten Mal offiziell der
„Morning Star“ (Morgenstern), die West Papua Flagge neben der
niederländischen gehisst. Als dies in der Zeremonie geschah salutierten
niederländische und Papua Militärangehörige gemeinsam, begleitet von
einer Marine Kapelle, die die Nationalhymne „My Land Papua“ (Mein Land
Papua) spielte. Die Niederländer waren endlich kurz davor den Menschen
West Papuas ihre Freiheit zu geben. Es ist eine der großen Tragödien,
dass West Papua in seinem Moment der Freiheit brutal zermalmt, und 1963
im Grunde an Indonesien ausgehändigt wurde. Nach 6 Jahren, in denen
Indonesien die administrative Verwaltungsmacht über Papua hatte,
hielten sie ein Schein-Referendum, genannt den „Act of Free Choice“,
unter der Aufsicht der UN, ab. Nur 1026 handverlesenen Wählern,
entsprechend einem Repräsentanten für ungefähr 700 Papuas, wurde es
erlaubt unter Zwang ihre Stimme „für das verbleiben mit Indonesien“
abzugeben. Die Papuas nennen dies den „Act of No Choice“ (Akt der
fehlenden Wahl).
Zusammenfassung der Ereignisse am 1. Dezember in West Papua In West Papua (wo die Sicherheitskräfte ihre Stärke demonstrierten) fanden Festlichkeiten und Versammlungen in Jayapura, Manokwari, Nabire, Sorong und dem Mimika Distrikt statt, um den 1. Dezember zu feiern.In Nabire hielten bis zu 2500 Teilnehmer eine Versammlung inklusive Gebeten auf dem Heldenfriedhof ab, beobachtet von bis zu 1000 Militärs und Polizisten. In Manokwari marschierten 2000 Menschen durch das Stadtzentrum. Sie hielten Banner und riefen zur Unabhängigkeit von Indonesien auf. Die Medien berichteten, das ein Mann verhaftet und wiederholt von der Polizei geschlagen wurde, nachdem er die verbotene Morning Star Flagge getragen hatte. Die Polizei befragte auch Demonstranten, welche Taschen oder T-Shirts mit dem Morgensternsymbol darauf trugen. Im Hochland, außerhalb von Wamena hisste die OPM zur Feier des Tages die Morgensternflagge und im Ort Wamena selbst trugen Papuas ihre beste Kleidung oder bedeckten sich mit Schlamm, als Symbol der Trauer; so liefen sie durch den Ort. Zeitgleich wurde in London die West Papua Deklaration unterzeichnet, die unser Kollege Claudio von Planta auf Video bannte. Aus Sicherheitsgründen ist dieses Video Passwort geschützt. Bei Interesse senden Sie bitte eine Anfrage an: fdn (at) fpcn-global (dot) org THE WEST PAPUA DECLARATION: We the undersigned recognise the inalienable right of the indigenous people of West Papua to self-determination, which was violated in the 1969 "Act of Free Choice", and call upon our governments through the United Nations to put in place arrangements for the free exercise of that right so that the indigenous people of West Papua can decide democratically their own future in accordance with international standards of human rights, the principles of international law and the Charter of the United Nations. Auch in Jakarta demonstrierten Papuas und verlangten Freiheit für West Papua. Die Demonstration in Jakarta wurde von Studenten in traditioneller Aufmachung geleitet. Sie versammelten sich im Stadtzentrum von Jakarta und marschierten zum Staatspalast. Sie sangen „Freies West Papua“, „unabhängiges West Papua“, „rot und weiß (indonesische Flagge), nein, Morning Star, ja“. In ihren Reden erklärten sie, dass sie Unabhängigkeit wollten und beschuldigten Indonesien West Papua kolonialisiert zu haben und ernsthafte Menschenrechtsverletzungen gegen die Papuas begangen zu haben. Es gibt Berichte über das Stattfinden weiterer Aktionen in großen Zentren auf Java, Bali und Sulawesi. (Foto: Theys Grab in Sentani) In Sentani, außerhalb von Jayapura, hielten fast 10 000 Menschen eine Gebetsversammlung auf einem Feld nahe der Begräbnisstätte von Chief Theys Eluay ab; er wurde 2001 vom Kopassus Sicherheitspersonal entführt und ermordet. Tausende versammelten sich nahe dem Grab von Theys Eluay, wo sie Dankgebete an Gott für seinen Schutz und Segen sprachen.Der Generalsekretär der PDP, Thaha Al Hamid las dann die Volkserklärung der Papuas vor. (Foto: Thaha Al Hamid): Gott hat das Land und die Menschen Papuas erschaffen und ihnen das natürliche Recht gegeben zusammen zu arbeiten und die Erträge zu erhalten. Dies war auch der Wunsch unserer Ahnen, dass die Papuas von Sorong bis Merauke, im Dschungel und in Übersee zusammenarbeiten müssen. Weiter betonte er, dass diese natürlichen Rechte auch durch viele internationale Instrumentarien anerkannt wurden, wie z.B.: in der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, der Präambel der indonesischen Verfassung, der UNGA (Generalversammlung der Vereinten Nationen) in der Resolution 1514 zur Dekolonialisierung vom 14. Dez. 1960, dem Manifest des West Papua Nationalkomitees vom 19. Oktober 1961 und der Anerkennungserklärung des Staates Papua durch Sukarno am 19. Dezember 1961.Er zitierte den Brief einiger Mitglieder des amerikanischen Kongresses vom 22. Mai 1998, die Mitteilung der Delegation der 100 an den Präsidenten Indonesiens und das Kabinett, vom 26. Februar 1999, die Resolution des zweiten Papua Kongresses im Juni 2000, wo die Menschen ihr Verlangen nach Abspaltung von Indonesien betonten und die Deklaration zu den Rechten der Indigenen, vom 13. September 2007. Er schloss ab mit der Aussage, dass die Zeit gekommen sei um die Wahrheit zu enthüllen. Die Papuas haben bei der Verteidigung ihrer Reche Opfer gebracht und müssen daher in Anspruch nehmen was ihnen rechtmäßig zusteht. ERKLÄRUNG: Wir sind das Volk, das Volk Papuas ethnisch Melanesier der Negroiden Rasse im Pazifik und nicht Indonesier der malaiischen Rasse. Wir rufen die Regierung Indonesiens, die Vereinigten Staaten, die Niederlande, Großbritannien, Mitglieder der UN und die internationale Gemeinschaft auf, die Existenz und Souveränität des Staates West Papua anzuerkennen, wie erklärt am 1. Dezember 1961. Weiterhin betonen wir nochmals unseren Standpunkt, dass der so genannte Akt der Freien Wahl von 1969 illegal und unmoralisch ist. Heute möchten wir auch erklären, dass West Papua sich im ernsthaften Krisenzustand befindet, die Papuas stehen vor der drohenden Auslöschung. Mit großer Bestimmtheit sagen wir, dass allen Investoren, wie zum Beispiel British Petroleum, und speziell PT Freeport, die unsere Ressourcen ausbeuten, die nicht die Rechte der Menschen Papuas, inklusive des Ökosystems anerkennen und die Menschenrechtsverletzungen und Völkermord in Papua begangen haben, jede weitere Arbeit untersagt werden muss. Zu diesem besonderen Anlass, für die Menschen Papuas, möchte ich ernsthaft und demütig die Solidarität und Anerkennung unseres Rechtes auf Selbstbestimmung von Nichtregierungsorganisationen, der internationalen Gemeinschaft, der Akademischen Welt, dem diplomatischen Korps, vielen Staaten, besonders der Regierung von Vanuatu, Parlamentsmitgliedern Australiens und Neuseelands, Mitgliedern des Parlamentes und der Regierung Großbritanniens, Parlamentsmitgliedern der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten von Amerika würdigen. Wir rufen alle West Papua zu erhöhter Aufmerksamkeit auf und dazu sich nicht durch Gewalt oder von Pro Regierungs-Papuas oder Nicht-Papuas sowie dem Militär provozieren zu lassen. Alle Papuas müssen Solidarität und Einigkeit beibehalten. (Diese Aussage wurde im Namen des Volkes von Papua, der Nationalen Führer Papuas, Tom Beanal, Forkorus Yaboisembut und Yunus Paelo/Dminggus A. Mampioper, Leitern des „Tribal Council“ (Stammesratsversammlung) gemacht und nach Übersee an Regierungen und Institutionen gesandt.Aufruf: Wir von Freunde der Naturvölker bitten Sie anlässlich des 60. Jahrestages zur Erklärung der allgemeinen Menschenrechte der UN vom 10.12.1948 einen Brief an das deutsche Außenministerium zu schreiben um auf die Verhältnisse in West Papua aufmerksam zu machen. Eine Briefvorlage sowie die nötigen Kontaktdaten finden Sie hier zum Protestbrief: Herr Westerwelle: Das Volk in West Papua wird unterdrückt! |
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Die indigenen West Papuas kamen zu Tausenden zusammen, um ihren
Nationaltag zu feiern. Der erste Dezember ist ihr Nationaltag oder
Nationalflaggentag. Vor 47 Jahren, am 1. Dezember 1961, wurde in der
niederländischen Kolonie West Neuguinea zum ersten Mal offiziell der
„Morning Star“ (Morgenstern), die West Papua Flagge neben der
niederländischen gehisst. Als dies in der Zeremonie geschah salutierten
niederländische und Papua Militärangehörige gemeinsam, begleitet von
einer Marine Kapelle, die die Nationalhymne „My Land Papua“ (Mein Land
Papua) spielte. Die Niederländer waren endlich kurz davor den Menschen
West Papuas ihre Freiheit zu geben. Es ist eine der großen Tragödien,
dass West Papua in seinem Moment der Freiheit brutal zermalmt, und 1963
im Grunde an Indonesien ausgehändigt wurde. Nach 6 Jahren, in denen
Indonesien die administrative Verwaltungsmacht über Papua hatte,
hielten sie ein Schein-Referendum, genannt den „Act of Free Choice“,
unter der Aufsicht der UN, ab. Nur 1026 handverlesenen Wählern,
entsprechend einem Repräsentanten für ungefähr 700 Papuas, wurde es
erlaubt unter Zwang ihre Stimme „für das verbleiben mit Indonesien“
abzugeben. Die Papuas nennen dies den „Act of No Choice“ (Akt der
fehlenden Wahl).
In West Papua (wo die Sicherheitskräfte ihre Stärke demonstrierten) fanden Festlichkeiten und Versammlungen in Jayapura, Manokwari, Nabire, Sorong und dem Mimika Distrikt statt, um den 1. Dezember zu feiern.
(Foto: Theys Grab in Sentani) In Sentani, außerhalb von Jayapura, hielten fast 10 000 Menschen eine Gebetsversammlung auf einem Feld nahe der Begräbnisstätte von Chief Theys Eluay ab; er wurde 2001 vom Kopassus Sicherheitspersonal entführt und ermordet. Tausende versammelten sich nahe dem Grab von Theys Eluay, wo sie Dankgebete an Gott für seinen Schutz und Segen sprachen.
(Foto: Thaha Al Hamid): Gott hat das Land und die Menschen Papuas erschaffen und ihnen das natürliche Recht gegeben zusammen zu arbeiten und die Erträge zu erhalten. Dies war auch der Wunsch unserer Ahnen, dass die Papuas von Sorong bis Merauke, im Dschungel und in Übersee zusammenarbeiten müssen. Weiter betonte er, dass diese natürlichen Rechte auch durch viele internationale Instrumentarien anerkannt wurden, wie z.B.: in der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, der Präambel der indonesischen Verfassung, der UNGA (Generalversammlung der Vereinten Nationen) in der Resolution 1514 zur Dekolonialisierung vom 14. Dez. 1960, dem Manifest des West Papua Nationalkomitees vom 19. Oktober 1961 und der Anerkennungserklärung des Staates Papua durch Sukarno am 19. Dezember 1961.
Wir rufen alle West Papua zu erhöhter Aufmerksamkeit auf und dazu sich nicht durch Gewalt oder von Pro Regierungs-Papuas oder Nicht-Papuas sowie dem Militär provozieren zu lassen. Alle Papuas müssen Solidarität und Einigkeit beibehalten. (Diese Aussage wurde im Namen des Volkes von Papua, der Nationalen Führer Papuas, Tom Beanal, Forkorus Yaboisembut und Yunus Paelo/Dminggus A. Mampioper, Leitern des „Tribal Council“ (Stammesratsversammlung) gemacht und nach Übersee an Regierungen und Institutionen gesandt.


