| Separatismus und Militärführung |
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| Geschrieben von Administrator | |
| Montag, 30. Juli 2007 | |
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Menschenrechtsaktivisten in West-Papua befürchten, dass der neue
Kommandant der Armee in der Region die pro-Jakarta eingestellte Miliz
um sich versammeln will um hart gegen die Aktivitäten der Separatisten
durchzugreifen. Reverend Socratez Sofyan Yoman, Präsident der
Baptistenkirche West-Papuas beschuldigt Colonel Burhanuddin Siagian die
pro-Jakarta eingestellten Milizen zu stärken. West-Papua hat friedlich
für die Unabhängigkeit gekämpft bis sich die indonesische Regierung
1969 durch ein fragwürdiges UN-unterstütztes Referendum das Land
einverleibte. Colonel Siagian wurde aufgrund zweier Fälle von
Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ost-Timor angeklagt, aber er
wurde nie vor Gericht gestellt. Dennoch er wurde kürzlich zum Chef des Militärs in West-Papua ernannt.
„Siagian macht die selbe Arbeit wie in Ost-Timor, doch momentan
verfolgt er eine neue Taktik“, sagt Reverend Yoman. „Er wird wohl keine
Papua töten, doch er fördert Attentate auf nach Unabhängigkeit
strebende Papua.“
Matthew Jamieson vom australischen Institute for Papuan Advocacy and
Human Rights (IPAHR) berichtet, dass Colonel Siagians enges Verhältnis
zur Miliz bereits bestehende Spannungen vergrößert. IPAHR ist eine von
30 Organisationen, die letzten Monat einen Offenen Brief an den
indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono schrieben, um sich
für die Absetzung von Colonel Siagian einzusetzen.
Ost-Timor hat sich 1999 für die Unabhängigkeit von Indonesien
entschieden. Doch dem Referendum folgte eine Welle der Gewalt
verursacht von der pro-indonesischen Miliz, die über 1 500 Menschen
tötete und 70 % der landesweiten Infrastruktur zerstörte. Colonel Siagian verdeutlichte, dass er keine Gespräche über die Unabhängigkeit West-Papuas tolerieren werde. „Absolut sicher ist, dass jeder, der zum Separatismus neigt, von der TNI zermalmt wird“, warnte Colonel Siagian am 7. Juli in der Cenderawasih Pos Zeitung. „Im Interesse der Republik Indonesien scheuen wir uns nicht vor den Menschenrechten. Wir sind gut vorbereitet, jeden ins Gefängnis zu schicken oder von seinem Amt zu entheben, falls es dem Wohle Indonesiens dient.“ Ein paar Tage später sagte Colonel Siagian derselben Zeitung: „Falls ich erfahre, dass jemand die Annehmlichkeiten des Staates in Anspruch nimmt, unsere Nation aber weiterhin betrügt, werde ich ihn mit Sicherheit zerstören.“
Die IPAHR behauptet, dass die Merah Putih in Timika, wo sich die
gigantische US Freeport Kupfer- und Goldmine befindet, von einem
früheren Mitglied der berüchtigten indonesischen Spezialeinheit
Kopassus angeführt wird. Die IPAHR sagt, dass es außerdem Milizen in
Manokwari, Wamena und Nabir gibt also in drei anderen Städten
West-Papuas. Die Verantwortlichen in Jayapura sind zu keiner Stellungnahme bereit. South China Morning Post, 30.07.2007 UN bringt die Massaker in Ost-Timor mit einem indonesischen Kommandant in Verbindung Colonel Burhanuddin Siagian, Mitte Fünfzig und geboren auf Sumatra, beendete 1981 die indonesische Militärakademie. Seine politische Karriere begann 1995 als Kommandant eines Bataillons in Jakarta, aber bekannt wurde er durch seine Versetzung in die Bobonaro Region nach Ost-Timor im Oktober 1997.
Siagians Verbindungen zu Milizen in Bobonaro waren zunächst
strittig, bis Ian Martin, der Chef der UN-Vertretung in Ost-Timor, sich
für seine Entlassung im August 1999 aussprach, weil „er und seine
Männer eher zur Straflosigkeit denn zur Verfolgung der Milizen
beitrugen“. Die Cailaco Anklage beinhaltet „vielfache Mordfälle, Folter, Verfolgung, Gefangennahme oder Freiheitsberaubung, Zwangsumsiedlung und die Zerstörung fremden Eigentums“. Die Maliana Fälle beinhalten dasselbe, doch zusätzlich einen Angriff auf UN Gebäude und Beteiligung an zwei Massakern im September 1999. Siagian war einer der 392 von der SCU Angeklagten. Doch die von Seiten der Indonesier abgelehnte Zusammenarbeit hat bewirkt, dass ihm, so wie 70 % aller Angeklagten, kein Gerichtsprozess gemacht worden ist. Doch seine Vergangenheit hat seine militärische Karriere nicht gehemmt. Er wurde zum Chef des Militärs in Denpasar, Bali und 2000 wurde er zum Colonel und bekleidete einen Posten in Jakarta.
South China Morning Post, 30.07.2007 |
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