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Traditionelle Papua kämpfen gegen Abholzung ihrer Wälder Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Freitag, 26. Oktober 2007
Die Zentralregierung und Investoren von Palm-Öl Plantagen sowie Holz-Firmen müssen wissen, dass eine Entwaldung von West Papua von den traditionellen Papua der 252 verschiedenen Stämme bekämpft werden wird. Sollten die Papua befragt werden, dann würden sie sagen: „Holzt nicht unsere Bäume ab!“ Während Suhartos Regime wurden die Papua, die gegen die Zerstörung des Landes ihrer Vorfahren durch von staatlicher Seite autorisierte Firmen protestierten als Separatisten und als Gegner der nationalen Entwicklung Indonesiens betrachtet. Protestierende Papua wurden heimlich vom Militär und der Polizei verfolgt und Gewalt angetan. Die Papua beginnen nun erneut gegen die Zerstörung und Abholzung ihres Landes zu protestieren.

Das letzte Beispiel ihrer Ablehnung gegenüber der Entwaldung ihrer Heimat war die Demonstration des Indigenen Wate Stammes im September 2007 im Nabire Distrikt (Cenderawasih Pos, Sept. 20, 2007). Berichte bestätigen, dass Mitglieder des Wate Stammes strikt gegen den Plan von PT Harvest Raya und PT Jati Dharma Indah demonstrierten, die tausende Hektar ihres Stammeslandes abholzen wollten um Palmölplantagen zu pflanzen. Die Protestierenden verlangen von den lokalen Behörden, dass sie die bereits an die Firmen erteilte Genehmigung zurückziehen.

Die Haltung der Papua gegen die Abholzung ihrer Heimat wirft Fragen auf. Warum lehnen die Papua die Abholzung ihres Stammeslandes so vehement ab? Ist diese Ablehnung eine Reflexion dessen, was die Zentralregierung als Separatismus bezeichnet bzw. ist es eine Manifestation ihrer Ablehnung gegenüber der indonesischen Regierung und von Entwicklung, wie es ihnen seit vielen Jahrzehnten von Jakarta vorgeworfen wird? Oder ist es ein Zeichen davon auch in Zukunft nicht besser leben zu wollen?

Der Grund hinter ihrer Ablehnung ist an ihre Kultur gekoppelt, ist in ihr verwurzelt und wird geleitet von den Werten ihrer traditionellen Kultur. Die Papua sehen ihren Urwald nie als ein Meer aus Bäumen an, die man nur abzuholzen braucht im Millionen von Dollars zu bekommen. Der Wald für alle Indigenen Stammesvölker West Papuas hat eine Multi dimensionale Bedeutung. In Wirklichkeit betrachten die Papua ihre Wälder nicht als einen Feind, den es vom Antlitz dieser Erde zu befreien gilt, sondern er ist ein Teil der Gemeinschaft. Die Papua Gemeinschaft besteht nicht nur aus Lebenden, vielmehr auch aus den Toten, der Spiritualität und der Natur. Deshalb hat jede Gemeinschaft, jeder Stamm immer sein genau definiertes Territorium. Kulturell gesehen kann kein Papua ohne seinen Wald sein. Kein Wald in West Papua kann isoliert von den Papua betrachtet werden, denn der Wald und die Menschen bilden eine Gemeinschaft. Für die Papua bedeutet der Wald eine Apotheke, die alles an natürlichen Medikamenten zur Verfügung stellt, wenn sie gebraucht wird. Der Wald ist ebenso ein lebender Supermarkt, der ihnen Früchte, Gemüse, Fisch und Wild bereitstellt ebenso wie Baumaterialien für Häuser, Boote und Zäune. Hinzu kommt der Glaube der Papua, dass in den Wäldern ihre Ahnen leben und diese wiederum auf den Wald und seine Lebewesen acht geben.

Der Wald für die Papua ist wie ein Tempel, eine Moschee oder Kirche, wo Menschen hingehen und beten. Er ist der Platz, wo Rituale von der Gemeinschaft oder Einzelnen abgehalten werden, wo man die Verbindung zu den Ahnen oder Toten erhält. Er wird als eine Mutter angesehen und respektiert, die unermüdlich auf alle Mitglieder der Gemeinschaft inklusive der Tiere aufpasst. Ein Leben ohne Wald ist für die Papua nicht vorstellbar. (...)

Eine Entwaldung würde Leiden, Krankheit und Chaos für die Papua bedeuten. Deswegen lehnen sie die Abholzung ihrer Wälder strikt ab. Die Papua lernten ihren Umgang mit dem Wald weder von den Holländern noch von den Indonesiern, sondern entspringt aus ihrer eigenen traditionellen Kultur, weitergegeben von Generation zu Generation. Die Zentralregierung in Jakarta sollte dies respektieren, ansonsten würde ein Krieg ausbrechen.

Der Autor ist Dozent für Philosophie und Theologie an der Fajar Timur Schule in Abepura/West Papua.

The Jakarta Post, Neles Tebay


 
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