| West Papua: Indonesische Tötungsmaschinerie verschärft sich |
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| Geschrieben von FdN | |
| Montag, 4. Mai 2009 | |
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DAS SPEZIELLE AUTONOMIEGESETZ NR. 21 VOM JAHRE 2001 HAT EINE GIGANTISCHE TÖTUNGSMASCHINERIE IN GANG GESETZT, DIE DAS ÜBERLEBEN DER EINGEBORENEN WEST PAPUAS BEDROHT Verschiedene zerstörerische Operationsformen, die das Leben der Eingeborenen West Papuas während der Speziellen Autonomieära zerstören: - Militärische Operationen - Umsiedlungsprogramme - Wirtschaftliche Fremdbestimmung und Marginalisierung der Eingeborenen West Papuas - Zerstörung der Urwälder West Papuas - Illegale Abholzung - Illegaler durch indonesisches Militär und Polizei zugelassener Fischfang - Marginalisierung der Eingeborenen West Papuas in ihrem eigenen Land durch die Errichtung von Einkaufszentren und luxuriösen Hotelbauten Der am 9. August 2008 in Wamena durch indonesisches Militär und Polizei verübte Mord an Opinus Tabuni. Die Schießerei auf den eingeborenen Bürger West Papuas ist nie vor Gericht gebracht worden. Das indonesische Militär (TNI) hat seit dem 15. Januar 2009 im Dorf Tingginambut in der Regentschaft Puncak Jaya Konflikte entfacht, die bis heute andauern. Das indonesische Militär gibt der OPM die Schuld an dem Konflikt. Dahinter steckt das Hauptziel, militärische Projekte an Land zu ziehen, die ihre Finanzierung sichern. Die Finanzierung wird benötigt für eine Intensivierung der Militäroperationen in West Papua, um mehr militärische Ausrüstung von entwickelten Ländern wie den USA, Großbritannien, Australien und der EU zu erhalten und um einen höheren militärischen Rang zu erlangen. Auf diese Weise, indem unter den Eingeborenen West Papuas ein Klima aus Angst und traumatischer Erfahrung erzeugt wird, sollen die oben genannten Ziele erreicht werden. Menschenrechtler und politische Aktivisten wie Filep Karma, Yusak pakage, Buktar Tabuni, Sebilom Sambom sowie viele andere Eingeborene West Papuas wurden wegen staatsgefährdender Tätigkeiten (MAKAR) festgenommen. In West Papua wächst das Militär stark an. In allen Teilen West Papuas wurden verschiedene Infrastrukturen der indonesischen Streitkräfte wie Heer, Marine, Luftwaffe und Staatspolizei aufgebaut. Das TNI Personal ist zahlenmäßig gewachsen. Die Militärs tauchen verdeckt wie z.B. als Motorradfahrer auf. Sie lauern an verschiedenen Straßenecken und beobachten die Eingeborenen West Papuas. Eine Situation, die die Eingeborenen West Papuas zunehmend bedroht. Es gibt quantitativ mehr militärisches Personal als Eingeborene in West Papua. Wir können anhand der nur in einer Region West Papaus eingerichteten Militärposten ein Beispiel für die übermäßige Militärpräsenz in West Papua aufzeigen. In der Regentschaft Puncak Jaya beispielsweise gibt es folgende Militärposten: 1. - TNI-Posten im Dorf Irinmuli; 2. - TNI-Posten im Dorf Tanoba; 3. - TNI- und Polizei- Posten im Dorf Tingginambut; 4. - TNI-Posten im Dorf Kalome; 5. - TNI-Posten im Dorf Yibinggame; 6. - TNI- und Polizei- Posten in der Stadt Mulia; 7. - Posten der Spezialkräfte (KOPASSUS) in der Stadt Mulia; 8. - Posten der Mobilen Brigade in der Stadt Mulia; 9. - Posten der Mobilen Brigade im Dorf Kulurik; 10. - TNI-Posten am Berg Kumipaga-Gigeme; 11. - TNI-Posten im Dorf Mondu; 12. - TNI-Posten im Dorf Yamo; 13. - TNI- und Polizei- Posten im Dorf Mebagaluk; 14. - Posten des Spezialteams im Dorf Wuyuneru; 15. - Militärdistrikt- und Polizeihauptquartier; 16. - Posten der Spezialkräfte (KOPASSUS) im Dorf Purulome; 17. - Posten des Spezialteams nahe des Regentschaftsbüros; 18. - Posten der Mobilen Brigade in Yiginikime; Dies zeigt in der Tat, dass Militär und Polizei die Regentschaft Puncak Jaya vorherrschend besetzt halten. Meine eigene Erfahrung während eines Besuches in Wamena vom 11.-17. Februar 2009 war eine sehr schockierende. Ich sah, wie Sicherheitspersonal die Tagesaktivitäten der Eingeborenen West Papuas an öffentlichen Plätzen wie Yibama, Sinakma und Woma Markt beobachteten und kontrollierten. Überall und an jeder Straßenecke waren Sicherheitskräfte. Die meisten von ihnen waren als Motorradfahrer getarnt. Dadurch wird die Freiheit der Eingeborenen West Papuas sehr ernsthaft bedroht. Die Eingeborenen West Papuas können sich in ihrem eigenen Heimatland nicht frei bewegen. Sie besitzen seit der Einführung des Speziellen Autonomiegesetzes keinerlei Freiheiten. Ich glaube, dass das, was ich in Wamena gesehen habe, in allen Teilen West Papuas von Sorong bis Merauke passiert. Das indonesische Parlament und die Regierung genehmigen weiterhin die Ausdehnung von Regentschaften und Provinzen in West Papua. Jedoch werden dabei die realistischen Voraussetzungen für eine Regionsausdehung, wie Regionsgröße, Bevölkerungszahl, natürliche Ressourcen und Humankapital nicht berücksichtigt. Das indonesische Parlament und die Regierung arbeiten gemeinsam an der Vernichtung der Eingeborenen West Papuas durch kontinuierliche Vergrößerung der Anzahl an Regentschaften und Provinzen. Bei den Ausdehnungen wird die Größe der lokalen Eingeborenenbevölkerung West Papuas nicht berücksichtigt. Diese Politik geht einher mit den neuen strategischen Militäroperationen, die das Umsiedlungsprogramm als neue Taktik nutzen. Die Migrantenzahl in den neu ausgedehnten Regionen ist stark angestiegen. Der Landbesitz der Eingeborenen West Papuas ist in Gefahr. Für so genannte „Entwicklungszwecke“ wird ihnen ihr Land weggenommen. Neue Regierungsbüros und Einkaufszentren wurden auf Land errichtet, dass den Eingeborenen West Papuas weggenommen wurde. Die Ausdehnung von Regentschaften in West Papua hat in den Dörfern Probleme in der Bildungsentwicklung verursacht. Mehr und mehr Lehrer sind zu Regierungsbeamten rekrutiert worden und besetzen Positionen wie Distriktleiter, Leiter und Funktionäre verschiedener Regierungsabteilungen innerhalb der neu gegründeten Regentschaften. Das Ergebnis ist, dass heute die meisten Schulen unter einem großen Lehrermangel leiden und eine große Kinderanzahl keine passende Schulbildung erfährt. Diese Kinder und die Eingeborenen West Papuas haben eine trostlose und dunkle Zukunft, weil sie systematisch und strukturell zerstört wird. In einem anderen Fall, im Dorf Tomeraw in der Regentschaft Merauke, verlor die Schule ihren einzigen Lehrer. Das Militär hat den Grundschullehrer eingeschüchtert, weggejagt und seine Schweine getötet. Der Lehrer flüchtete, um sein Leben zu retten und die Schule blieb seit seiner Flucht ohne Lehrer. Die Ausdehnung von Regentschaften hat in West Papua ebenso zu Problemen in der Gesundheitsversorgung geführt. In den Städten und Dörfern ist die Gesundheitsversorgung am schlechtesten. Die Sterberate eingeborener Mütter und Kinder in West Papua ist stark angestiegen. Das meiste medizinische Personal ist zu Distriktleitern rekrutiert und als Leiter und Funktionäre verschiedener Regierungsabteilungen auf Schlüsselpositionen in der Regierung gesetzt worden. Viele Gesundheitszentren leiden unter einem Mangel an medizinischem Personal. Dies ist wiederum eine weitere Art, wie die Eingeborenen West Papuas seit der Speziellen Autonomie von der indonesischen Regierung systematisch getötet werden. Die Eingeborenen West Papuas werden wirtschaftlich marginalisiert. In allen Wirtschaftssektoren dominieren Migranten. Es gibt keinen Schutz oder keine Politik, die den Eingeborenen West Papuas zur wirtschaftlichen Integration verhilft. Die Regierung schweigt und scheint einfach die schlimmsten Dinge zuzulassen. Einkaufszentren und luxuriöse Hotels wurden entlang der Straßen errichtet. Zu diesem Zweck hat man den Eingeborenen West Papuas ihr Land weggenommen. Es gab keine Eingliederungsmaßnahmen, um den Papuas einen Job in den neu errichteten Einkaufszentren und Hotels zu verschaffen. Dies ist eine weitere Art grausamen Tötens und eine Entwicklung, die keine Menschlichkeit achtet. Das Agieren von indonesischen Wirtschaftsakteuren verursacht Armut unter den Eingeborenen West Papuas und ist eine bewährte Form des Tötungsprozesses. Die Anzahl an Migranten, die während der Zeit der Speziellen Autonomie nach West Papua gekommen ist, ist stark angestiegen und außer Kontrolle geraten. Jeden Tag und jede Woche treffen Flugzeuge und Passagierschiffe mit 5000 bis 6000 Menschen an Bord in West Papua ein. Die Eingeborenen West Papuas sind in der Tat in Gefahr, ausgelöscht zu werden. Die Landwegnahme und die Waldzerstörung sind außer Kontrolle geraten. Die Eingeborenen West Papuas werden wirtschaftlich marginalisiert und sie leben in sehr ärmlichen Bedingungen. Ursache ist ein permanenter und systematischer Prozess, der diese Situation geschaffen hat. Die folgenden Bedrohungen haben seit Einführung der Speziellen Autonomie stattgefunden: - Militärische Gewalt; - Vielfache Ausbeutungen; - Menschenrechtsverletzungen; - Mord, Folter, Verhaftung und Inhaftierung; - Wirtschaftsrechtsverletzungen; - Bildungsrechte, Gesundheitsrechte und die Meinungsfreiheit sind ernsthaft bedroht. Die indonesische Regierung und das Parlament haben Regierungsvorschriften erlassen, Präsidentenerlasse, die im Widerspruch zum Speziellen Autonomiegesetz stehen. Seit Einführung der Speziellen Autonomie haben die Eingeborenen West Papuas keine Freiheit, Demokratie auszuüben; es gibt keine Bewegungs- und Handlungsfreiheit und keine Meinungsfreiheit. Das Militär und die Polizei nutzen ihre Autorität und Gewalt, jegliche Meinungsfreiheit der Eingeborenen West Papuas zu unterdrücken. Das Spezielle Autonomiegesetz hat in der Tat eine Tötungsmaschinerie in Gang gesetzt, die das Überleben der Eingeborenen West Papuas bedroht. Aus diesem Grund fordern wir die Initiierung eines friedlichen Dialogs auf internationaler Ebene zwischen dem Volk West Papuas und der Regierung Indonesiens durch einen neutralen Drittstaat. Bericht von: Socrates Sofyan Yoman Präsident der Baptistenkirche West Papuas Jl. Jeruk Nipis Kotaraja, PO Box 1212 Tel.: 62-967-583462 HP: 08124888458 |
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