Weitere Informationen über Indonesien, USA Beteiligung, Transmigration, Deutsche Mission, Freeport und Militäroperation.
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Entdeckung, Kolonialisation und Hintergründe |
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An einem grauen und stürmischen Tag im Jahre 1546 segelte ein Schiff
durch die tosende See des Pazifik. Es war weit von seinem
ursprünglichen Kurs abgetrieben worden. Der spanische Kapitän Inigo
Ortiz de Retes hatte den Auftrag erhalten, für seinen König neue
Ländereien in Besitz zu nehmen. Aber all seine Entdeckerträume schien
der tagelange Sturm, in dem sich sein Schiff befand, zunichte zu
machen- bis Land gesichtet wurde. Am 20. Juni 1545 ging Retes in einer
Bucht vor Anker und nahm das Land für seinen spanischen König in
Besitz. Er bezeichnete die neu entdeckte Küste nach dem Vorbild Guinea
in Westafrika: Neuva Guinea.
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Die Übernahme West Papuas durch Indonesien |
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1949 erlangte Indonesien seine Unabhängigkeit unter Führung Sukarnos
von der niederländischen Kolonialregierung. Das damalige indonesische
Staatsgebiet erstreckte sich östlich bis vor die Küste West Papuas zu
den Molukken, südlich bis nach West Timor, westlich bis Sumatra und
nördlich bis Borneo. Im sogenannten Canberra Agreement von 1959 hatten
die Holländer und Australien beschlossen, der gesamten Insel die
Unabhängigkeit zu geben.
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Die Beteiligung der USA an der Übernahme durch Indonesien |
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Die nach 25 Jahren Geheimhaltung im Sommer 2004 veröffentlichten
Dokumente zeigen, dass die USA an der Annexion West Papua durch
Indonesien entschieden mitgewirkt haben. (1967 unterzeichnete Freeport
bereits die Pachtverträge mit Indonesien) Auch der UN-Botschafter
Daniel Patrick Moynihan (Chomsky 2001: War against people, S. 9)
bestätigt dies.
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Deutsche Mission und Christianisierung in West Papua |
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Die Entscheidung, die Hochland Papuas durch deutsche Missionare zu
christianisieren, fiel am 16. 11. 1959 in der Missionshauptversammlung
der „Rheinischen Missionsgesellschaft“, heute die Vereinigte
Evangelische Mission (VEM), mit der Begründung: „Eile ist insofern
geboten, da sonst zu befürchten ist, daß die Katholiken, die seit 1905
in West-Neuguinea arbeiten, dort mit der Arbeit einsetzen könnten...
.“(VEM-Chronik: 1989: Mission im Baliem-Jalimo) VEM; u.a. Mitbegründer
des West Papua Netzwerkes.
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Transmigration nach West Papua |
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Auch die demografischen Veränderungen zwischen dem Verhältnis von Papua
und Nicht-Papua setzten erst spürbar mit der Eingliederung West Papuas
ins indonesische Staatsgebilde 1963 ein. Das Transmigrationsprogramm
(Transmigrasi), u. a. auch von Weltbankgeldern finanziert, hatte
mehrere Ziele:
a) die Überbevölkerung auf anderen indonesischen Inseln wie Java abbauen und
b) ein ethnisches Gleichgewicht zwischen Papua und Nicht-Papua in West Papua schaffen.
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Freeport McMoRan Copper & Gold Inc. |
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Bereits Anfang der 60er Jahre wurden reiche Vorkommen an Bodenschätzen
in West Papua lokalisiert. Mit Unterstützung des damaligen Sukarno- und
später Suharto-Regimes erhielten ausländische Konzerne Holz- und
Minenkonzessionen. 1967 wurde Freeport, eine der größten Gold- und
Kupferminen der Welt, in West Papua geplant. Die
Konzessionsvereinbarung mit Indonesien wurde also bereits zwei Jahre
vor dem angeblich freien Referendum „Act of Free Choice“ unterzeichnet!
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Typische Militäroperation: Penyisiran |
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Erneut brennen Häuser, Schulen und Kirchen in West Papua, wieder werden
Menschen von TNI, dem indonesischen Militär, inhaftiert, gefoltert und
ermordet. Derartige Vorfälle geschehen seit der indonesischen Präsenz
1963 in West Papua für die Einheimischen immer wieder. "Legalisiert"
wurde die Annexion 1969, dem Jahr, indem der westliche Teil Neuguineas
mit dem sogenannten Referendum "Act of Free Choice" in das Territorium
Indonesiens offiziell eingegliedert wurde. 1025 speziell ausgesuchte
und zusätzlich vom indonesischen Militär eingeschüchterte „Vertreter“
hatten damals dem Beitritt zu Indonesien zugestimmt. Seitdem ringen die
Papua um ihre Unabhängigkeit als Volk.
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