| Freeport McMoRan Copper & Gold Inc. |
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| Geschrieben von Administrator | |
| Sonntag, 30. November 2008 | |
Bereits Anfang der 60er Jahre wurden reiche Vorkommen an Bodenschätzen
in West Papua lokalisiert. Mit Unterstützung des damaligen Sukarno- und
später Suharto-Regimes erhielten ausländische Konzerne Holz- und
Minenkonzessionen. 1967 wurde Freeport, eine der größten Gold- und
Kupferminen der Welt, in West Papua geplant. Die
Konzessionsvereinbarung mit Indonesien wurde also bereits zwei Jahre
vor dem angeblich freien Referendum „Act of Free Choice“ unterzeichnet!
Sie befindet sich in den „Grasberg“ Bergen von West Papua, im traditionellen Land der Amungme (Tembagapura Gebiet). Der Zutritt zum Konzessionsgelände wird von ABRI, dem indonesischen Militär, bewacht und kontrolliert. Zugang bekommen nur die Arbeiter und Angestellten der Mine. Die Eigentümer der Freeport Mc MoRan Copper & Gold Inc. sitzen in New Orleans (USA). Anteile des Konzerns halten unter anderen die indonesische Regierung und auch deutsche Anleger. Exportiert wird nach den USA, England, Australien und Japan. Die ermittelten Vorkommen von der Größe des Saarlandes reichen für 45 Jahre und belaufen sich auf etwa 1006 Millionen Tonnen Erz. Die prozentualen Erzwerte bei Gold, Silber und Kupfer gehören zu den höchsten in der Welt. Die Förderung beläuft sich auf 125.000 Tonnen Erz pro Tag, wofür etwa 562.500 Tonnen „toter Fels“ bewegt werden müssen. Die Einkünfte aus der Mine beliefen sich im Jahr 1995 zum Beispiel auf 1,8 Milliarden US-Dollar.9 Der Ajkwa Fluss und die Umgebung sind verseucht. Täglich pumpt Freeport 110.000 Tonnen toxische Minenabwässer in den Fluss. Verantwortliche der Mine warnten die Ureinwohner vor der Benutzung des Wassers und der Sagopalmen, die in der Gegend wachsen. Allein 1980 starben nachweislich 216 Kinder an Kupfervergiftung. 1977 flammten die ersten Proteste der Amungme, Kamoro, Dani und der OPM gegen die „Freeport“ Gesellschaft auf. Die indonesische Luftwaffe antwortete mit der Bombardierung von Dörfern. Diese bewaffneten Konflikte, ausgetragen in enger Zusammenarbeit mit dem indonesischen Militär, wurden ein integraler Bestandteil der „Arbeitsweise“ des Konzerns. Als Protest hisste die OPM von Juli bis Dezember 1994 die Befreiungsfahne im Tsinga Tal. Daraufhin zerstörten Militäreinheiten das Dorf Tsinga und ermordete 37 Menschen. Die Opfer wurden (wie gewöhnlich) als Terroristen bezeichnet. 1991 bekam Freeport die Konzession über weitere 25.000 Quadratkilometer Amungme-Land. Aufgrund dessen beschloss die indonesische Regierung im Februar 1995 die Umsiedlung von 2.000 Menschen aus dem Konzessionsland des Freeport Konzerns in andere Regionen.Auf die ständig wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen der Papuas reagierte Indonesien weiterhin mit brutaler Gewalt, der bis heute annähernd 30 Prozent der Urbevölkerung zum Opfer fielen. Laut inoffiziellen Berichten wurden allein zwischen 1963 und 1969 über 30.000 Papuas getötet.10 Mama Yosefa zum Beispiel verlor durch das Militär ihre ganze Familie. Unter den Amungme-Frauen ist sie geachtet, und man hört auf sie. “Ich wurde unter dem Verdacht festgenommen, die OPM zu unter- stützen. In der Haft erlebte ich den Unterschied zwischen modernem Krieg und traditionellem Krieg. In unserem Adat (traditionelles Recht), kennen wir keine Religion, keine Regierung und kein geschriebenes Recht, doch der Krieg ist humaner, weil Frauen und Kindern nichts getan wird. Dies wiederum ermöglicht es den Frauen, zu Vermittle- rinnen zu werden und Nachrichten auszutauschen zwischen verschiedenen Seiten. Ich war mir sicher gewesen, dass auch die Regierung Frauen verschont. Aber ich erlebte das Gegenteil. Leute, die sich zivilisiert nennen, behandelten uns Frauen unmenschlich. Ganz im Gegensatz zu meiner Tradition. Eine Mama bleibt bei uns immer eine Mama, in welchem Krieg auch immer, welcher Hass auch immer herrscht.“11 Freeport machte unterdessen als eine der zehn skrupellosesten Unternehmen von sich reden. Der Gesellschaft wurde dieser Rang durch das Multinational Monitor Magazine in dessen Dezemberausgabe 1996 für ihr Gebaren in West Papua verliehen. “Freeport hat sich durch massive Umweltzerstörungen und Ausbeutung von Arbeitskräften hervorgetan.“ Seit 1996 ist vor einem Gericht in den USA ein Verfahren gegen die Gesellschaft anhängig, die beschuldigt wird, durch stillschweigende Billigung an Folter, Mord und dem „Verschwindenlassen” von Menschen mit verantwortlich zu sein. 1979 wurden in Timika, der zur Freeport-Mine nächstgelegenen Stadt, neue Militäreinrichtungen für die Polizeikommandos KODIM und KORES in Betrieb genommen. Gründe für die Aufstockung waren nach den Worten des damaligen Chefs des Militärs, Feisal Tanjung, „die großen ökonomischen Potenziale des Subdistriktes Timika und die sozio-kulturellen Bedingungen der Bevölkerung“.12 Nicht zu vergessen ist die jahrelange Militärhilfe der Regierung Kohl für die indonesischen Streitkräfte. Neben umfangreichen Waffengeschäften wurden auch Ausbildungsprogramme für die indonesischen Polizei- und Armeekräfte unterstützt. Freeport ist inzwischen Indonesiens wichtigster Steuerzahler geworden. Allein im Jahre 2006 zahlte Freeport 1,6 Milliarden Dollar Steuern. Das indonesische Militär bewacht das Freeport Gelände und erhielt dafür in den letzten Jahren 2001, 4.7 und 2002 5.6 Millionen US Dollar Schutzgeld. Diese Zahlungen sind ein integraler Bestandteil der Konzessionsvereinbarungen mit Indonesien. Norwegens Regierung, einer der größten Anteilseigner des britischen Rio Tinto Konzerns, hat ihre Anteile von 500 Millionen englischen Pfund verkauft. Grund dafür ist die 40-prozentige Beteiligung von Rio Tinto an der Grasberg Gold- und Kupfermine in West Papua. Die norwegische Finanzministerin Kristin Halvorssen hat den Konzern öffentlich für schwere Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen kritisiert und damit die Entscheidung der Regierung gerechtfertigt: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Konzern seine Praxis ändert.“ Bereits 2006 hat der norwegische „ethische Rat“ Rio Tinto auf die schwarze Liste gesetzt. Amerikanische Politiker, die bisher im Aufsichtsrat von Freeport vertreten waren und entscheidend die Politik gegenüber Indonesien bestimmten: Henry Kissinger, US-Außenminister 1973-1977, davor ab 1969 US-Sicherheitsberater, politischer Berater des indonesischen Präsidenten Abdurrahman Wahid 2000-2001 John Hay Whitney, US Botschafter in Großbritannien und Haupt-Geldgeber von Dwight D. Eisenhower Robert A. Lovett, US-Verteidungsminister 1953-1995, einer der Architekten des Kalten Krieges Admiral Arleigh Burke, 1955-1961 Generalstabschef der US Navy J. Stapleton Roy, Botschafter in Indonesien 1996-1999 und Direktor von Kissinger Associates Beteiligungen aufgeschlüsselt: An dem indonesischen Unternehmen, PT Freeport Indonesia ist Freeport-McMoRan zu 90,64 Prozent beteiligt, den Rest hält die Regierung in Jakarta. Töchterunternehmen sind das indonesische Unternehmen PT Irja Eastern Minerals sowie die spanische Atlantic Copper SA zu. 1995 vereinbarte Freeport mit dem britischen Unternehmen Rio Tinto für eine Zahlung von 1,7 Milliarden Dollar einen 40% Anteil an der Förderung. Den gleichen Anteil erhält Rio-Tinto auch an allen zukünftigen Entdeckungen im Konzessionsgebiet. Fazit: Tausende Einheimische wurden durch die Minenaktivität aus ihrem Stammesland vertrieben und sind vom indonesischen Militär getötet worden, die Umwelt ist irreversibel zerstört. Aber auch weitere Konzesionsnehmer bestimmen entscheidend das Schicksal von West Papua.Quellen: Mining Annual Review, New Orleans 1995/1996 Tapol Bulletin, London, Nr. 48/ November 1981 Cendrawasih Post, Jayapura 9.10.95 Tapol Bulletin, London 30.12.96 http://de.wikipedia.org/wiki/Freeport-McMoRan [10.06.2006] |
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Sie befindet sich in den „Grasberg“ Bergen von West Papua, im traditionellen Land der Amungme (Tembagapura Gebiet). Der Zutritt zum Konzessionsgelände wird von ABRI, dem indonesischen Militär, bewacht und kontrolliert. Zugang bekommen nur die Arbeiter und Angestellten der Mine. Die Eigentümer der Freeport Mc MoRan Copper & Gold Inc. sitzen in New Orleans (USA). Anteile des Konzerns halten unter anderen die indonesische Regierung und auch deutsche Anleger. Exportiert wird nach den USA, England, Australien und Japan. Die ermittelten Vorkommen von der Größe des Saarlandes reichen für 45 Jahre und belaufen sich auf etwa 1006 Millionen Tonnen Erz. Die prozentualen Erzwerte bei Gold, Silber und Kupfer gehören zu den höchsten in der Welt. Die Förderung beläuft sich auf 125.000 Tonnen Erz pro Tag, wofür etwa 562.500 Tonnen „toter Fels“ bewegt werden müssen. Die Einkünfte aus der Mine beliefen sich im Jahr 1995 zum Beispiel auf 1,8 Milliarden US-Dollar.9
1991 bekam Freeport die Konzession über weitere 25.000 Quadratkilometer Amungme-Land. Aufgrund dessen beschloss die indonesische Regierung im Februar 1995 die Umsiedlung von 2.000 Menschen aus dem Konzessionsland des Freeport Konzerns in andere Regionen.
Fazit: Tausende Einheimische wurden durch die Minenaktivität aus ihrem Stammesland vertrieben und sind vom indonesischen Militär getötet worden, die Umwelt ist irreversibel zerstört. Aber auch weitere Konzesionsnehmer bestimmen entscheidend das Schicksal von West Papua.


