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Begriff, Geografie, Klima, Flora und Fauna Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 30. November 2008
Einleitend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es für Neuguinea heute verschiedene Insel- bzw. Inselteilbezeichnungen gibt, die aus der alten wie auch jungen Geschichte dieser Erdregion resultieren. Während die gesamte Insel im Allgemeinen unter dem Namen Neuguinea bzw. New Guinea bekannt ist, stellt der Ostteil seit 1975 den unabhängigen Staat Papua New Guinea dar. Papua ist das portugiesische Wort für kraushaarige Menschen; Guinea hingegen korrespondiert mit der Ähnlichkeit der Einheimischen zur afrikanischen Bevölkerung.

ImageEinen Teil dieser Benennung durch die europäischen Entdecker übernahmen die Ureinwohner der Insel. Insbesondere die Bewohner des Westteils der Insel bezeichnen sich selbst als Papua und ihre angestammte Heimat, die Inselhälfte westlich des 141. Breitengrades, als West-Papua. Hauptsächlich ist dies sowohl in ihrer Unabhängigkeitsbewegung wie auch zur Aufrechterhaltung ihrer Identität als eigenständiges Volk begründet. Die politische Deklaration des westlichen Inselteils wurde im Verlauf der Geschichte mit den Einflüssen der jeweiligen Fremdbestimmung häufig modifiziert. In der Epoche der Niederländischen Besatzung wurde der Westteil Neuguineas als West New Guinea oder Dutch New Guinea bezeichnet. Unter dem nach wie vor anhaltenden indonesischen Einfluss sprach man lange offiziell von der Provinz Irian Jaya, das sinngemäß so viel wie „heißes bzw. aufsteigendes Land“ bedeutet. Irian, eigentlich ein Begriff von den Papua auf der Insel Biak, wurde jedoch während der holländischen Besatzung von indonesischer Seite her politisch umgedeutet als: „Ikut Republik Indonesia Anti Nederland“, was übersetzt heißt: „Gemeinsam mit der Republik Indonesien gegen die Niederlande“. Als Folge dieser Entwicklung wurden die Papua nicht nur vonseiten Indonesiens, sondern im Wesentlichen auch von der Weltöffentlichkeit demografisch ungerechtfertigt als Irianesen bezeichnet. Zur Jahrtausendwende verabschiedete sich schließlich auch Indonesien von der Bezeichnung Irian Jaya und führte offiziell den Begriff Papua für ihre Provinz auf Neuguinea ein. Danach wurde die Bezeichnung nach der Speziellen Autonomie 2001 wiederholt verändert, heute trägt die Provinz offiziell den Namen West Papua. In Anlehnung an die übernommene Eigenbezeichnung der Ureinwohner werden hier künftig die Namen Papua für die Menschen und West-Papua für die Inselhälfte Verwendung finden. Die nachstehenden Ausführungen in diesem Kapitel betrachten die Insel jedoch nicht aus der politisch geteilten Perspektive, sondern als Ganzes.

Neuguinea ist mit 771 900 Quadratkilometern nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt. Ihre Form erinnert an einen Vogel, dessen Kopf nach Westen weist. Geografisch betrachtet, bildet Neuguinea mit seinen etwa 600 dazugehörigen Inseln den größten Teil Melanesiens und damit das Tor zum Pazifikraum. Vor Zehntausenden Jahren verbanden Landbrücken Neuguinea noch mit Australien und Teilen der Sundainseln. Die Kontinentaltrift der mächtigen Erdplatten auf der einen Seite und der Anstieg des Meeresspiegels infolge der endenden Eiszeit auf der anderen, setzte dieser geografischen Zugehörigkeit schließlich ein Ende. Neuguinea liegt in einer tektonischen Region, wo die Pazifische, die Australische, die Philippinische und die Eurasische Erdplatte aufeinandertreffen. Die Platten, als oberer Teil der zäh fließenden Erdkruste, bewegen sich teils voneinander weg, prallen gegeneinander oder reiben sich aneinander. Ihre jeweiligen Grenzen sind Zonen intensiver tektonischer Aktivität. Als Ergebnis dieser gewaltigen Erdbewegungen entstanden beispielsweise der Marianen-Graben östlich der Philippinen mit 11033 Metern Tiefe, der Neue-Hebriden-Graben östlich Neuguineas mit etwa 8000 Metern Tiefe und der weiter westlich gelegene Java-Graben mit 7725 Metern Tiefe, der die Grenze zwischen der Eurasischen und Australischen Platte bildet. Charakteristisch für solche tektonischen Aktivitäten sind außerdem Vulkane (1990/ 91 Pinatuboausbruch auf der Philippineninsel Luzon), Gebirgsbildung und die Entstehung von Inselketten. Zu diesen zählen der Bismarck-Archipel, die Admiralitätsinseln, die Salomonen sowie der Louisiana-Archipel, die Neuguinea umgeben. Die häufigen Erdbeben in dieser Region (am 17. 7. 1998 zerstörte eine zehn Meter hohe Flutwelle als Folge eines Seebebens mehrere Dörfer in der Provinz West Sepik) zeigen, dass die Erdplatten nach wie vor in Bewegung sind. Derartige tektonische Aktivitäten verformen und gestalten weiterhin diese Erdregion. Während die Australische Platte mit ungefähr fünf Zentimetern im Jahr nach Norden wandert, driftet die Pazifische Platte mit etwa neun Zentimetern im Jahr nach Westen (nach Strohbach: Umschau 1974).

Die Meeresgebiete um Neuguinea wie die Basmarck-See im Norden, die Korallen-See im Südosten und die Banda-See im Südwesten sind tiefe Senken. Die Torres-Straße (Sahulschelf) und die Arafura-See (Sundaschelf) im Süden zählen jedoch zu flachen Schelfmeeren (etwa 60 Meter tief), die oft von zahlreichen Korallenriffen gesäumt sind.
Das zentrale Hochgebirge Neuguineas, mit den Erhebungen der Carstensz-Spitze bzw. Puncak-Jaya (West-Papua) von 4884 Metern oder dem Mt. Wilhelm (Papua New Guinea) mit 4474 Metern, durchzieht die Insel auf 1200 Kilometern Länge wie ein Rückgrat. Es zählt damit, neben dem Himalaja in Asien, zu den höchsten Gebirgen der östlichen Hemisphäre. Die schneebedeckten Gipfel sind hierbei ausschließlich im Westteil der Insel anzutreffen. Jene Gebirgsmassive, mit ihren unzählig zerfurchten Seitentälern, falteten sich vor circa 30 Millionen Jahren und sind damit so jung wie die europäischen Alpen. Das zerklüftete Gebirgsmassiv Neuguineas fällt zu beiden Seiten stark ab und geht dort in ausgedehnte Flussebenen und Sumpflandschaften über. Die größten Flüsse auf der Insel sind der Mamberamo und der Sepik im nördlichen Gebiet sowie der Gigul und der Fly in der südlichen Region.
Neuguinea liegt in seinen äußersten Grenzen zwischen dem Äquator und 10° südlicher Breite und zählt somit klimatisch zu den Tropen. Sie werden geografisch als der Teil der Erdoberfläche betrachtet, der sich zwischen dem Wendekreis des Krebses im Norden und des Steinbocks im Süden befindet. Die Tropen nehmen zuzüglich der Meeresgebiete damit etwa 40 Prozent der gesamten Erdoberfläche ein. Zu den ökologisch wichtigsten Vegetationsformen in dieser Region gehören die um den Äquator konzentrierten immergrünen Feucht- und Trockenwälder. Beide Vegetationsformen werfen periodisch Laub ab und werden im Allgemeinen als Regenwald definiert. Jegliche Flora, die sich innerhalb dieser Wendekreise befindet, kann allerdings nicht immer als tropische Vegetation bezeichnet werden. Der entscheidende Grund dafür ist die Anpassung der Vegetationsformen in den höheren Bergregionen an die entsprechende Temperatur. So können durchaus spezifische Merkmale einer bestimmten Vegetationsform mit denen in anderen Klimazonen der Erde übereinstimmen. Die Tropengrenze wird deswegen auch als Wärmemangelgrenze bezeichnet, die der Grenze des lohnenden Kaffeeanbaus entspricht, nämlich die Jahresisotherme von 18,3 °C.

Grundlegend ist die Vegetation der Insel auf das Klima zurückzuführen, dass in dieser Region weniger von der Temperatur (durchschnittlich 25 Grad im Flachland), als vielmehr von den Regenfällen bestimmt wird. Dadurch unterscheidet man keine wie in Europa typischen Jahreszeiten, sondern zwischen Trocken- und Regenperioden, die regional überaus verschieden sind. Im Allgemeinen fallen aber die Niederschläge das ganze Jahr über. Von etwa Mitte Dezember bis Mitte Mai herrscht Nordost-Monsun vor, während in der restlichen Zeit der auflandige Südost-Passat den Regen bringt. Obwohl Passatwinde normaler-weise trocken-heißes Wetter bringen, bedingt die geografische Beschaffenheit Neuguineas, das die über dem Pazifik feuchtebeladenen Luftmassen am Gebirge in die höheren und kälteren Luftschichten aufsteigen und schließlich abregnen.
Die Flora Neuguineas, wovon etwa nur 60 Prozent bekannt sind, ist eng verwandt mit der Südostasiens und zählt mit zu den artenreichsten in der Welt. Allein die Artenzahl der Samenpflanzen gehört zu den höchsten aller Florengebiete der Erde. Die bekannte Artenzahl umfasst insgesamt über 12 000 katalogisierte Blühpflanzen, davon sind 2500 Orchideenarten. Ein Großteil ist endemisch, d. h. ihr Vorkommen ist ausschließlich auf die Insel beschränkt. Schätzungen über die Gesamtartenzahl liegen bei etwa 20.000.  Zum Vergleich: in Deutschland existieren nur circa 2700 Arten.
Das Auftreten der Pflanzen auf der Insel ist im Wesentlichen abhängig von der Höhenlage, der damit verbundenen Temperatur sowie der bereits erwähnten Niederschlagsmenge. Sie liegt in der südlichen Küstenregion bei Port Moresby etwa bei 1000 - 1500 mm, im nördlichen Küstengebiet 2000 - 3000 mm, im Bereich der immergrünen Trockenwälder 1800 - 2500 mm und in der Region der immergrünen Regenwälder im Hochland zwischen 3500 und 8000 mm Niederschlag im Jahr. Aufgrund dieses differenzierten Wasserhaushalts unterscheidet man verschiedene Vegetationszonen, die typische Pflanzengesellschaften hervorbringen. Die Charakteristika dieser tropischen Vegetationsformen reicht von Sumpfwäldern über Tieflandregenwald bis hin zu den Bergregenwäldern. In der Küstenregion findet man häufig Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae), die alleine schon 800 Arten umfassen. Sie verdanken ihren Namen dem regelmäßig um den Stamm schraubenförmig verlaufenden Blattansatz. Vorwiegend anzutreffen sind „Scaevola taccada“ und „S. opposti-folia“, aus deren Pflanzensaft auch Heilmittel für Ohren- und Augenkrankheiten hergestellt werden. Dazwischen finden sich häufig Kokospalmen (Cocos nucifera), die jedoch im Küstenbuschland von Etagenbäumen (Terminalia catappa) und in Schwemmlandgebieten von verschiedenen Mangrovenarten (Sonneratia alba, Avicennia marina) sowie Nypapalmen (Nypa fruticans) durchsetzt bzw. verdrängt werden. Das Küstenwaldland wird von Casuarinen- (C. equisetifolia), Barringtonia- (Barringtonia racemosa) und Terminialia-Bäumen bestimmt.

Die zahlreichen Süßwassersumpfgebiete setzen sich hauptsächlich aus einer Sumpfgras- und Sumpfwaldvegetation zusammen. Während im Norden am Sentani-See der Sagopalmen-Sumpfwald (Metroxylon rumphii) vorherrscht, gedeihen am Flussufer des Digul die Pandanus-Sumpfwälder (Pandanaceae). Nach zahlreichen schwimmenden Wasserpflanzen wie Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) und Lotusarten (Nymphaea lotus) folgen an den seichten Uferrändern Riedgräser (Scleria, Themeda). An die Sumpflandvegetation schließen sich die bis manchmal an die Berge reichenden Schwemmlandgebiete an. Ursprünglich war diese Vegetationsform eine reine Waldlandschaft, die mittlerweile aber eher zu einer Kultur- und Graslandschaft geworden ist.
Ein großer Teil der Insel ist von tropischem Tiefland-Regenwald bedeckt, der sich aus etwa 1200 verschiedenen Baumarten zusammensetzt. Im Wesentlichen ist dieser Waldtyp aus zwei Baumkronenetagen aufgebaut, wobei die erste Etage bis etwa 20 Meter und die zweite bis etwa 40 Meter reicht. Während im unteren Bereich Arten wie Diospyros discolor, Kibera sp., Pandanus sp. und Fächerpalmen (Licuala sp.) vorherrschen, wird der obere Waldbaldachin von diversen Ficusarten (F. dammaropsis, F. trachypison), Pometia (pinnata) und Elaeocarpus (sphaericus) geprägt. Im Tiefland-Regenwald gibt es allein schätzungsweise 80 Epiphyten-Gattungen (Lecanopteris, Myrmecodia); Pflanzen, die um ans Licht zu gelangen, auf Bäumen leben.
Savannenzonen existieren es auf Neuguinea hingegen nur wenige. Im südlichen Teil der Insel gibt es vereinzelt Graslandsavannen, die im Baliemtal oder am Sepikfluss überwiegend durch die Arten Ischaemum barbatum, Themeta cylindrica oder Saccharum sp. gebildet werden. Ein besonderer Savannentyp ist die Eukalyptussavanne im Hügelland von Port Moresby, die teilweise bis auf 1800 Meter über NN reicht. Einschlägige Vertreter sind dort E. deglupa, E. papuana, E. terreticornis und E. polycarpa.

Die Gebiete der ausgedehnten immergrünen Regenwälder liegen in den niederen Höhenlagen der Gebirgszonen zwischen 1000 und 2000 Metern. Sie zählen zu den artenreichsten Wäldern der Erde, sind aber nur noch in wenigen Regionen unberührt. Meist fielen sie der Brandrodung oder dem Holzeinschlag zum Opfer. Letzte Reste unberührter Primärwälder befinden sich eher in der Hochlandzone. Diese ursprünglichen Mischwälder beherbergen viele Kletterpflanzen, Epiphyten, Farne und Orchideen, zusammengenommen teils 60- 100 Arten pro Hektar. Von der Dominanz einer Artenzusammensetzung kann jedoch nicht ausgegangen werden, da sich die Pflanzengemeinschaften oftmals schon von „Berg zu Berg“ unterscheiden. Als Beispiel seien die Nothofagus- und Castanopsiswälder genannt, die mit unterschiedlichen Zusammensetzungen im montanen Hochland von etwa 900- 2500 Metern anzutreffen sind. Daneben existieren noch Gattungen von Elaeocarpus, Elmerrillia, Litsea und Sloanea, die mit den Gattungen Carpodetus, Myristica, Pittosporum und Pullea Mischwälder bilden.
Im Hochgebirge über 3000 Metern geht die Vegetation in Nebelwald über. Häufig sind dort Nadelbäume (Nastus productus, Dacrycarpus, Papuacedrus) vorzufinden, die vielmals mit Lebermoosen (Triandrophyllum heterophyllum) bewachsen und Bartflechten (Usnea sp.) behangen sind. Ab 3900 Metern wird die Vegetation niedriger und weicht zunehmend Myrten- und Rhododendron-gewächsen (Viccinium, Dimorphanthera). Eine Graslandschaft mit Enzian und Edelweis, durchsetzt mit bodendeckenden Moosen und Flechten auf kargen Böden, schiebt sich schließlich bis an die Eisgrenze.

Im Gegensatz zur Pflanzenwelt ist die Tierwelt Neuguineas eng verwandt mit der Australiens und ist durch die ehemals vorhandenen Landbrücken erklärbar. Auch die Fauna zeichnet sich, wie die Pflanzenwelt, durch einen außer-ordentlichen und größtenteils endemischen Artenreichtum aus. So gibt es neben etwa 70 Arten von Beuteltieren (Marsupialia) auch 130 Säugetierarten, wovon allein 70 durch Fledermausarten vertreten werden. Das skurrilste unter den Säugetieren ist sicherlich der Langschnabeligel, ein sogenanntes Kloakentier und eierlegender Säuger. Zu den häufigsten Beutlern zählen das Kuskus (Phalanger cuscus), das Opossum, das Wallabie (Macropus Lincah), das Baum-känguru (7 Arten) sowie die Beutelmäuse, die überwiegend zu den nachtaktiven Insektenfressern gehören. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Nagetieren (56 Arten). Die Warane (Gattung Varanus) kommen mit etwa 50 Arten auf Neuguinea vor. Sie sind gute Schwimmer und ausgesprochene Räuber, die alles jagen, was sie entsprechend ihrer Größe erlegen können.
Der größte Vertreter von den über 700 auf der Insel vorkommenden Vogelarten, ist der Kasuar (Casuarius casuarius), ein straußenähnlicher Laufvogel, der eine Größe von 1,80 Meter erreichen und bis zu 80 Kilogramm schwer werden kann. Obwohl er für viele Papua einen wichtigen Nahrungslieferanten darstellt, ist es nicht einfach, ihn zu erlegen. Fühlt er sich in die Enge getrieben, greift er auch Menschen an und kann mit seinen scharfen Krallen erhebliche Verletzungen verursachen. Die Krontaube (Goura victoria), als größter Vertreter aller Taubenarten auf der Welt, ist ebenfalls endemisch. Unbestritten der Spektakulärste unter den Vogelarten ist jedoch der Paradiesvogel (z.B.: Paradisea minor). Durch das einzigartige Farbenspiel und die unglaubliche Formenvielfalt seines Federkleides erhält der Paradiesvogel eine Pracht, wie sie bei keiner anderen Vogelart in so verschwenderischem Maße zu finden ist. Von den bislang 43 bekannten Arten leben allein 36 auf Neuguinea.
Schlangen sind bis zu Höhen von etwa 2000 Metern überall anzutreffen. Viele von ihnen, wie die bis zu drei Meter lange Taipan (Oxyuranus scuttelatus) oder die Todesotter (Achanthopsis antarcticus), sind hochgiftig. Ein Biss von ihnen endet ohne ärztliche Sofortversorgung meist tödlich. Von den Krokodilarten gibt es zwei, das Leisten- und Neuguineakrokodil. Während das Leistenkrokodil bis zu zehn Meter lang werden kann und dadurch auch nicht vor Menschen zurückschreckt, erreicht das sich hauptsächlich von Fischen ernährende Neuguineakrokodil selten mehr als vier Meter. Man findet das Neuguineakrokodil überwiegend in Flüssen und in den ausgedehnten Sumpflandschaften, das Leistenkrokodil auch im Salzwasser des Meeres.

Wohl die faszinierendste Artenfülle stellt die Insektenwelt, von der schätzungsweise nur circa ein Drittel aller hier vorkommenden Arten bekannt sind. Ihren Formen und Farben sind keine Grenzen gesetzt. Oft überrascht ein Insekt mit einer Größe bis 25 Zentimetern, wie Stabheuschrecken oder Gottesanbeterinnen. Bei den Schmetterlingen seien hier insbesondere die Vogelflügler (Ornithoptera priamus, O. poseidon) genannt, die mit zu den größten Tagfaltern der Welt zählen und eine geschlechtsspezifische Körpergröße von bis zu 20 bis 30 Zentimetern erreichen können. Bei den Spinnen liegt die heute bekannte Artenzahl bei circa 3000, wobei Schätzungen von der doppelten Anzahl ausgehen. Ihre Klassifizierung wird in zwei Gruppen unterteilt und richtet sich jeweils nach der Jagdmethode; entweder mit oder ohne Netz. Während beispielsweise die Springspinnen (Salticidea) ihre Opfer tagsüber anspringen und mittels Gift töten, vermag die Radspinne (Nephila maculata) Netze von bis zu einem Meter Durchmesser zu bauen.
In den Gewässern in und um Neuguinea gibt es derzeit etwa 1000 bekannte Fischarten. Auch dies ist nach Schätzungen von Experten noch nicht einmal die Hälfte aller vorkommenden Arten. In den für viele Papua zur Ernährung wichtigen Süßwasserflüssen kommen unter anderen Regenbogenfische vor, die in 160 Arten unterteilt werden.

Heute ist die ursprüngliche Vegetation Neuguineas bereits „internationalisiert“, d. h. einmal durch von Außen eingeführte Arten durchsetzt oder infolge anthropogener Eingriffe degradiert. Einige gestalterische Naturraumveränderungen, wie beispielsweise durch die Feldbauern im Hochland, trugen dazu bei, eine entfernte Art von Kulturlandschaft zu schaffen und die ursprüngliche Vegetation örtlich begrenzt zu verdrängen. Das geschah beispielsweise bei der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende zurückliegenden Einfuhr der Batate (Süßkartoffel). Diese bewirkte bei den Papua eine besonders nachhaltige Akkulturation, da die Ausnutzung selbst hochwertiger Wildfrüchte zunehmend vernachlässigt wurde. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten kommt es durch den gezielten Eingriff von Menschen in das natürliche Ökosystem neben einem Rückgang der Waldflächen zu einer extremen Abnahme des vegetationsgebundenen Nährelementevorrats, des Wurzelfilzes, zu schnellerem Humusabbau und zum Verlust des gesamten Oberbodens durch Erosion, sodass neue Flächenausweitungen die Konsequenz sind. Vorrangig verantwortlich für diese Entwicklung sind weniger die in der traditionellen Subsistenzwirtschaft angelegten Mischkulturen der Papua, sondern es sind vielmehr ausgedehnte Viehweiden und Monokulturen. Offensichtlich ist dies auf die steigende menschliche Population durch zuziehende indonesische Siedler (Transmigranten) zurückzuführen. Diese betrieben die Ausweitung des argrarindustriellen Sektors mit Düngung und Schadstoffmitteleinsatz gegen Ungeziefer und Wildpflanzen. Jene neue Form der Bewirtschaftung wurde teilweise von den Einheimischen übernommen. Mit dem Übergang vom traditionellen Brandrodungsfeldbau zur intensiveren Landwechselwirtschaft mit etwa vier bis sieben Brachejahren oder gar Monokulturen wurde die Schwelle zur irreversiblen Bodendegration überschritten. Was bedeutet, dass damit eine erhebliche Instabilität der Ökosysteme entstand. Zumal sind derartige Kulturlandschaften nur noch mit einer erheblichen Energiezufuhr (Düngung) von außen intensiv zu bewirtschaften. D. h., dass mehr Kalorien aufgewendet werden müssen, als letztendlich in den landwirtschaftlichen Produkten enthalten sind. Der brasilianische Ökologe Josè Lutzenberger bezeichnete eine solche Nahrungsmittelproduktion mit einer Ölpumpe, die mehr Benzin verbraucht als sie Öl fördert.
Bei der Fauna scheint diese Entwicklung offensichtlich noch nicht der Fall zu sein, obwohl auch dort schon ein Artenrückgang zu verzeichnen ist. Diese Annahmen genauer zu klassifizieren stößt auf die enorme Schwierigkeit, dass von den vorhandenen Arten bisher nur ein gewisser Teil biologisch erfasst ist und viele Arten möglicherweise vom Antlitz der Insel verschwinden werden, ohne jemals bekannt geworden zu sein.
Die vielfältigen Wirkungen der Klimate, insbesondere der des Wasserhaushalts der Landschaften, besitzen jedoch nicht nur unterschiedliche Einflüsse auf die Vegetation und das landwirtschaftliche Arbeitsjahr der Einheimischen, sondern auch auf das Vorkommen von Tieren, das wiederum auf die Menschen selbst prägend wirkt. Dadurch sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Kulturen entstanden, die sich ihrer Mitwelt auf einzigartige Weise angepasst haben.

Quellen:
Bundiardjo C., Liong L. S. 1988: West Papua: The Obliteration of a People. Tapol (Indonesia Human Rights Campaign) Thornton Heath, UK
Lorenz, W.: http://home.snafu.de/watchin/II_April_2001/lexikon.htm [10.06.2003]
http://www.mare.de/hefte/mare_13/13_forschung.html [20.06.2003]
Melcher H.: http//www.harald-melcher.de/haupt/history.htm [08.07.2003]
Kremnitz, W. A. 1988: Neuguinea, Floristische und ethnobotanische Betrachtungen. Andechs-Frieding
Jungfer, E., Lambert, K. H. 1992: Einführung in die Klimatologie. Stuttgart
Bayrhuber, Horst und Kull, Ulrich (Hrsg.) 1998: Linder Biologie

 
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