Über Uns

Freunde der Naturvölker (FdN) ist eine als besonders gemeinnützig registrierte Menschenrechtsorganisation (Registernummer: VR 200018 AG Lüneburg) und die deutsche Sektion von friends of Peoples close to Nature (fPcN), einem weltweiten Netzwerk. Mitgliedsorganisationen im fPcN Netzwerk finden Sie verlinkt in der unteren Menüleiste. Im internationalen Schriftverkehr mit anderen Organisationen, Regierungen oder Institutionen wie die UN benutzt FdN den Namen: fPcN Germany. Unsere politische Unabhängigkeit und Arbeit wird hauptsächlich durch Spenden gesichert.

Unsere Arbeit reicht von Publikationen, Kampagnen, direkte Überlebenshilfe, Flüchtlingshilfe und Landkauf für noch isoliert lebende Völker bis hin zum Aufbau von Stammesschulen sowie Schulförderung. Für uns arbeiten zahlreiche Wissenschaftler, Autoren, Journalisten und Aktivisten, die die Arbeit von FdN tragen. Mit ihnen vereinen sich fast 20 Jahre Erfahrung nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Feld bei den Völkern vor Ort.

Zielsetzung der Free West Papua Kampagne und Menschenrechtsarbeit:
FdN/fPcN arbeitet seit Anfang der 90er Jahre zu diesem Thema und hat dadurch ein überaus effizient funktionierendes Netzwerk aufbauen können. Unsere Verbindungen reichen bis in die entlegenen Dschungelcamps West Papuas und Papua Neuguineas. Dadurch sind wir mit unseren Informationen stets aktuell.

Einer unserer größten Erfolge war mit unserer Hilfe die Gründung der Free West Papua Kampagne UK durch den Stammesführer der Koteka Bewegung Benny Wenda in England. Nach unserem Erstkontakt mit ihm 1999 im Hochland von West Papua, seiner Flucht aus einem indonesischem Gefängnis 2003, gelang es uns für ihn politisches Asyl in England zu erhalten. 2005 sprach er erstmals mit unserer Hilfe vor der UN Menschenrechtskommission in Genf und vertrat die Belange seines eigenen Volkes. Benny Wenda war auch die treibende Kraft zur Gründung der Internationalen Parlamentarier für West Papua Ende 2008.

Medien und Politik:
Unser Ziel ist es, die Situation des seit mehr als 40 Jahren von Indonesien unterdrückten Volkes der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, da in den Massenmedien darüber kaum berichtet wird. Ein Highlight unserer Medienarbeit war die Möglichkeit den von uns produzierten Film "West Papua - The secret war in Asia" im September 2007 auf der Biennale in Venedig präsentieren zu können.

Ebenso wichtig ist uns die Lobbyarbeit zu deutschen Politikern aller Parteien, um auf politischer Ebene agieren zu können. Ende 2007 waren wir beim indonesischen Botschafter in Berlin zu Gesprächen über die Menschenrechtslage in West Papua eingeladen. Das zeigt, dass wir als ein ernst zu nehmender, politischer Partner betrachtet werden.
 
Flüchtlingshilfe:

Ein weiteres Feld unserer Arbeit ist die praktische Hilfe vor Ort, wie z.B.: der kürzlich erfolgten Flüchtlingshilfe sowie des weiteren Ausbaus des Kommunikationsnetzes mit allen heute zur Verfügung stehenden audio-visuellen Mitteln. Aktiv unterstützen wir die Papua mit Medikamenten, Lebensmitteln und Kommunikationsequipment, besonders für die Flüchtlingslager in Papua Neuguinea (PNG). Hilfsaktionen für die Flüchtlinge in PNG fanden zuletzt Anfang 2007 und Mitte 2008 statt. Dazu war jeweils ein Team von uns vor Ort gewesen.

Während einer vierwöchigen Reise im Februar 2007 wurden von einem FdN Team folgende Hilfsgüter an die Menschen in den verschiedenen Camps übergeben:
3.000 € Lebensmittel
2.500 € Medikamente (Medikamente im Wert von 2.000 € spendete ein deutscher Pharmakonzern, der nicht genannt werden möchte)
 
Des weiteren übergab FdN für die Unabhängigkeitsbewegung in West Papua Kommunikations - Equipment. Ziel ist eine verbesserte Dokumentation und Kommunikation von Menschenrechtsverletzungen.
2.000 € (1 Computer, 1 Laptop, 1 Drucker)
1.000 € (4 digitale Fotoapparate)
300 € (1 digitale Videokamera)
200 € (5 Mobiltelefone)
300 € (Sim- und Prepaidkarten)

Im September 2008 erfolgte eine weitere Reise zu den West Papua Flüchtlingen in Papua Neuguinea. Es wurden Hilfsgüter im Wert von 5000,00 € übergeben.
 
An dieser Stelle möchten wir den Dank der Papua an alle diejenigen weiterleiten, die diese Hilfsaktion unterstützt haben.

Legitimation:
Nicht zuletzt möchten wir besonders darauf hinweisen, dass wir von der OPM (Organisasi Papua Merdeka), der West Papua Befreiungsorganisation, das Mandat erhalten haben, das Volk West Papuas auf internationaler Ebene zu vertreten. Dies haben wir bereits bei internationalen Gremien, wie der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen getan (Siehe Berichte unter: www.naturvoelker.org).
 
Die Organisation Freunde der Naturvölker e.V. steht für Menschenrechte und für eine selbst bestimmte Zukunft der Völker.
 
Zur Umsetzung dieser Ziele brauchen wir auch Ihre Mithilfe!

Gründung und Satzungsziel:
FdN gründete sich 1991 aus ehemaligen aktiven Mitgliedern der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Gründe waren u.a. vor allem die Marginalisierung der sensibelsten aller Kulturen, der Jäger- und Sammlervölker, in der Politik und Arbeit der GfbV. Der Fokus der GfbV liegt zu 90 Prozent (Statistik der Pressemitteilungen) bei den sogenannten Grossvölkern wie Sinti und Roma, Tibetern, Kurden oder Religionsgemeinschaften wie den irakischen Christen.

FdN arbeitet weltweit für die Bewahrung der kulturellen Vielfalt und unterstützt insbesondere die Kleinstvölker (auch Altvölker genannt) bei ihrem Kampf ums kulturelle Überleben wie Pygmäen, San (Buschmänner), Papua oder Negritos u.a. wie es auch von der UNESCO gefordert wird. Die von der UNESCO verabschiedete Magna Charta der internationalen Kulturpolitik verankert das Menschenrecht auf kulturelle Selbstbestimmung im Völkerrecht. Wie die UNESCO betrachten wir die kulturelle Vielfalt als genauso bewahrenswert wie die biologische Vielfalt auf unserem Planeten. Das bedeutet, dass Existenz- und Identitätssicherung oberste Priorität für den Erhalt der Kulturen haben.

FdN sieht sich als Fürsprecher und Sprachrohr jener Indigenen Völker, die das Recht nach eigenen Traditionen für sich beanspruchen. Das heißt, dass diese Völker selbst über ihre Zukunft entscheiden (Free, Prior and Informed Consent) und wir diese Entscheidung respektieren und unterstützen. Dieser Ansatz der freien Selbstbestimmung entspricht ebenso den Forderungen der Vereinten Nationen. FdN wird in dieser Hinsicht also erst dann aktiv, wenn sich jene Völker mit der Bitte um Beistand an uns wenden und wir damit autorisiert sind. Das impliziert auch, dass sich FdN gegen jede Form von Außen aufgesetzter und typisch westlich geprägter Entwicklungsideologie wendet.

Wir stehen Naturvölkern im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Rat und Tat gegen lebensraumzerstörende Aktivitäten der Großindustrie, nationalstaatlicher Regierungen und deren Programme zur Vertreibung der Indigenen zur Seite. Wir sehen Indigene als ganzheitlichen Bestandteil des Naturschutzes und nicht wie einige Naturschutzorganisationen im dualistischen Sinne als Hindernis.